Polizei spricht von "Bürgerkrieg"

29. Mai 2005, 11:42
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Aufständische kontrollieren Teile der nordirakischen Stadt Tal Afar - Kämpfe zwischen Sunniten und Schiiten

Bagdad - Aufständische haben offenbar Teile der nordirakischen Stadt Tal Afar unter ihre Kontrolle gebracht. Ein irakischer Polizeisprecher, Hauptmann Ahmed Hashem Taki, bezeichnete die Lage als Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten. Journalisten wurde am Mittwoch die Einfahrt in die 200.000 Einwohner zählende Stadt verwehrt. Die US-Streitkräfte starteten unterdessen in der westirakischen Provinz Anbar ihre zweite Offensive gegen die Aufständischen binnen eines Monats.

US-Truppen umstellen Haditha

US-Truppen umstellten Mittwoch früh die Stadt Haditha am Euphrat. Mehrere Rebellen wurden bei ersten Gefechten getötet. Kampfhubschrauber setzten Marineinfanteristen am Rande von Haditha ab, andere Soldaten näherten sich zu Fuß und in Panzerfahrzeugen und errichteten Kontrollpunkte an Straßen. US-Kampfflugzeuge kreisten über der Stadt.

"Letzte Karte"

Der Anführer des schiitischen Regierungsbündnisses Vereinigte Irakische Allianz, Abdul-Aziz al-Hakim, bezeichnete die seit dem Amtsantritt der neuen Regierung am 28. April verstärkten Angriffe und Anschläge der Aufständischen als Ausspielen der "letzten Karte zur Anstiftung eines sektiererischen Krieges".

Seit dem Sturz des früheren Machthabers Saddam Hussein versuchten die Aufständischen, einen Bürgerkrieg zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und den Sunniten zu entfachen. "Das Bewusstsein des irakischen Volkes und die Verbindungen untereinander werden einen solchen Krieg verhindern, so Gott will", sagte Hakim.

Einer Welle der Gewalt seit Ende April sind nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP mehr als 620 Menschen zum Opfer gefallen. Viele Anschläge richteten sich gegen irakische Sicherheitskräfte, aber auch gegen die schiitische Bevölkerung. Hakim verwies darauf, dass allein am Montag drei Anschläge auf Schiiten fast 50 Menschen getötet hätten. Die andauernd instabile Lage hat auch die US-Truppen verstärkt in die Schusslinie gebracht: Seit dem 28. April wurden 58 US-Soldaten bei Anschlägen und Angriffen getötet. (APA/AP)

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    Soldaten der irakischen Armee sperren die Zufahrten in die umkämpfte Stadt Tal Afar.

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