PDS-Chef Bisky will Bündnis mit linker Wahlplattform WASG prüfen

25. Mai 2005, 23:27
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Enormer Zeitdruck vor vorgezogener Bundestagswahl im September - Zusammenschluss wäre "wunderbar"

Berlin - PDS-Chef Lothar Bisky will noch in dieser Woche klären, ob eine Zusammenarbeit mit dem linken Wahlbündnis WASG (Wahlalternative Arbeit & Soziale Gerechtigkeit) bei der sich abzeichnenden vorgezogenen Bundestagswahl in Deutschland möglich ist. Beide Organisationen müssten sich auflösen und eine neue Partei gründen oder aber es müsse von beiden Parteien einen Fusionsbeschluss geben, sagte Bisky am Mittwoch im WDR. Er lasse die rechtlichen Voraussetzungen bis Donnerstag von Juristen gründlich prüfen.

Die Frage sei, ab das bis zum Wahltermin zu schaffen sei. Einen Zusammenschluss finde er persönlich wunderbar. "Und das wäre vielleicht auch ein Aufschwung für die Linke insgesamt." Die Linke insgesamt müsse wohl ein neues Zusammengehen anstreben, um wieder mehr Gewicht in Deutschland zu erhalten.

Offene Liste

Die PDS-Bundestagsabgeordnete Petra Pau wie zuvor schon der populäre frühere PDS-Chef Gregor Gysi bezeichneten dagegen die Umsetzung solcher Pläne so schnell als nicht machbar. In den drei Monaten bis zur Bundestagswahl könnte keine neue Partei gegründet werden, sagte Pau der Hannoverschen "Neuen Presse". Sie würde es jedoch begrüßen, wenn Ex-SPD-Chef Oskar Lafontaine auf der offenen Liste der PDS kandidieren würde.

Lafontaine, der die Politik von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) als unsozial kritisiert, hatte seine SPD-Mitgliedschaft am Dienstag aufgekündigt und würde an der Spitze eines Linksbündnisses in den Bundestagswahlkampf ziehen. Es sollte nach seiner Ansicht aus PDS und der SPD-Abspaltung WASG gebildet werden. Eine Kandidatur auf einer offenen Liste der PDS hat Lafontaine abgelehnt. (APA/Reuters)

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    Lothar Bisky wünscht sich eine Zusammenarbeit mit WASG

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