Sun mit scharfer Kritik an freiem Java-Projekt "Harmony"

31. Mai 2005, 10:41
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"Pure Zeitverschwendung" - Java-Erfinder kritisiert Apache Foundation für Lizenzwahl, die Abspaltungen erlaubt

Wenig schmeichelhafte Worte findet Java-Erfinder James Gosling von Sun für das von der Apache Foundation initierte Projekt "Harmony", dass sich zum Ziel gesetzt hat, eine freie Java-Variante zu entwickeln. Dabei handle es sich seiner Meinung nach um pure Zeitverschwendung, schließlich gebe es so viele spannendere Dinge, die man mit seinem Leben anfangen könne, so Gosling in einem Interview mit vnunet.com.

Unterstützung

Die Großzahl der Java-EntwicklerInnen würden hinter der Entscheidung Suns, den Source Code der eigenen Java-Version nicht zu veröffentlichen, stehen, diese seien nur nicht so lautstark wie die "Slashdot Horden", wie Gosling die Open Source-Verfechter bezeichnet. Besonders verärgert zeigt sich der Entwickler über die Lizenzwahl für "Harmony" schließlich erlaubt diese - im Gegensatz zur Original-Java-Lizenz - Abspaltungen, sogenannte Forks, der Code-Basis vorzunehmen. Diese Möglichkeit sei allerdings keineswegs hilfreich, sondern vielmehr "destruktiv", so Gosling weiter.

Gegenargumente

Die Harmony-EntwicklerInnen sehen das freilich anders: Es gehe ihnen viel mehr vor allem darum, Java auf mehr Plattformen zu bringen, schließlich unterstütze Sun momentan nur wenige Systeme, hier gebe es noch zahlreiche Möglichkeiten zur weiteren Verbreitung. Ein Argument, dass Sun nicht recht überzeugen will, man werde sich jedenfalls nicht an der Entwicklung von "Harmony" beteiligen, so Gosling, schließlich sei man schon mit den eigenen Entwicklungen ausreichend beschäftigt. (red)

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