Gerangel um Platz zwei in Wien

27. Mai 2005, 16:43
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Schwarz-grünes Rennen hinter der SP-Absoluten ist völlig offen - Mit Grafik

Die "Absolute" für die SPÖ gilt als sicher - aber dahinter wollen zwei Parteien zweiter Sieger werden. Die ÖVP hofft, dass die Grünen weiter nur Umfragengewinner bleiben. Der Wechsel des Grünen Günter Kenesei zur ÖVP hat laut einer Befragung keine Wählerbewegung ausgelöst.

Noch ist der Kampf um Platz zwei in Wien und um das junge liberale Publikum völlig offen. "Aber wenn die ÖVP noch öfter Architektur-Spaziergänge mit dem Ex-Grünen Herbert Fux macht und dabei alles kritisiert, was modern ausschaut, schaffen es die Grünen sicher", wird seitens der SPÖ gewitzelt.

Bei der Wiener ÖVP hingegen wird zuversichtliche Stimmung verbreitet: "Bisher sind die Grünen noch vor jeder Wahl in Umfragen deutlich überbewertet worden", erinnert ein Vertreter des liberalen Parteiflügels. Daher traut man seitens der ÖVP den Grünen zwar weitere Überraschungserfolge auf Bezirksebene zu - wie beim letzten Mal den Bezirksvorsteher in Neubau -, auf keinen Fall aber ein Überholen der ÖVP.

Wiener Grüne wollen auf Platz zwei

Genau dieses Ziel gab aber Bundesgrünen-Chef Alexander Van der Bellen vor: Die Wiener sollten jedenfalls die zweite Position erringen.

Die Wiener Grünen wiederum vermeiden es tunlichst, über ein Rennen um Platz zwei mit der ÖVP zu reden. Auch wenn sie in den meisten Umfragen praktisch gleichauf liegen. Nur in der von ihnen selbst im Mai bei "FAS.Research" in Auftrag gegebenen Umfrage können die Grünen die ÖVP knapp auf Platz drei (siehe Grafik) verweisen.

Das, obwohl der Wechsel des Langzeit-Abgeordneten Günter Kenesei zur ÖVP im April die Partei kurz etwas aus dem Tritt gebracht hat. Tatsächlich hat der schwarze "Coup" beim Wiener Wahlvolk aber kaum Spuren hinterlassen. Das besagt zumindest die gleiche Umfrage von "FAS.Research" (400 Personen wurden befragt): Auf die Frage "Haben Sie davon gehört, wenn ja, was haben Sie gehört?" kann mehr als die Hälfte keine Angaben zum Farbwechsel machen (54,8 Prozent), 29 Prozent der Befragten antworteten falsch und nur 16,3 richtig. (Roman David-Freihsl, Peter Mayr/DER STANDARD; Printausgabe, 24.5.2005)

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    grafik: der standard
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