Kritik an Sportler-Gagen

31. Mai 2005, 16:09
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Über 415.000 Euro Gage für die Sportpromis - Die Bewerbung Salzburgs um die Spiele 2010 brachte einigen Werbeträgern mehr als nur ein Körberlgeld

Salzburg - Die gescheiterte Bewerbung der Stadt Salzburg um die Austragung der Winterspiele 2010 war ein Bombengeschäft, zumindest für einige jener aktiven oder ehemaligen Sportstars, die als Olympia-Botschafter für Salzburg geworben hatten.

Wie aus dem Bericht des städtischen Kontrollamtes über die Kandidatur für 2010 hervorgeht, wurden für die zehn als Werbeträger herangezogenen Sportler insgesamt 415.000 Euro an Gagen ausbezahlt. Auffallend dabei laut Kontrollamt, "dass einige dieser Sportler nur gegen Spesenersatz tätig waren und andere teilweise erhebliche Gagen erhielten". Zusätzliche Spesen wie Aufenthalts- oder Fahrtkosten seien zudem direkt von der Olympiagesellschaft bezahlt worden, merkt die Behörde an.

Grundsätzlich hält der Bericht fest, dass die Olympiagesellschaft die Gelder korrekt verwendet hatte. Zur Frage der Sparsamkeit wird aber angemerkt, dass der Großteil der Ausgaben "im Hochpreissegment" angesiedelt war. Konkret bemängelt werden neben den Sportlergagen "die Aufwendungen für den Zukauf von Bewerbungskonzepten" oder die Höhe der "nationalen Marketingaufwendungen" in Relation zu den internationalen Werbemaßnahmen.

Die Detailaufstellung der Aufwendungen für Hermann Maier, Annemarie Moser-Pröll, Toni Sailer und Co zeigt, dass die höchste Einzelgage 163.000 Euro für einen der Olympia-Botschafter betragen hatte. Auf den Plätzen folgen Honorare in der Höhe von 134.000 und 73.000 Euro. Während für einige Sport-Promis große Summen hingeblättert wurden, waren fünf Personen so gut wie ehrenamtlich für Olympia in Salzburg aktiv. Eine namentliche Zuordnung, wer der größte Abzocker war, ist aus dem Kontrollamtsbericht freilich nicht ablesbar: Aus Datenschutzgründen sind die Empfänger natürlich anonymisiert.

Die Gagen, die den Sportstars gezahlt wurden, erregen indes nicht nur den Unmut der Olympiagegner. Selbst die Olympiapartei SPÖ übt Kritik: "Da hätte ich mir von unseren Sportlern doch echte Begeisterung für den olympischen Gedanken erwartet", kommentiert SP-Gemeinderatsklubvorsitzende Simone Vogel.

Auch der schwarze Vizebürgermeister Harald Preuner fragt, "ob sich nicht Sportler finden, für die es selbstverständlich ist, Salzburg oder Österreich zu präsentieren". Für den Klubchef der Bürgerliste, Helmut Hüttinger, sind diese Zahlungen schlichtweg "eine geradezu abenteuerliche Geldverschwendung". (DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 24. Mai 2005, neu)

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