Große Preisunterschiede bei Mietautos im Urlaub

4. Juli 2005, 12:04
12 Postings

Die Arbeiterkammer rät die Konditionen bereits in Österreich zu studieren und nach der Höhe des Selbstbehaltes zu fragen

Wien - Bei Mietautos in europäischen Sommerurlaubszielen gibt es je nach Anbieter Preisunterschiede von bis zu 200 Prozent. Dies geht aus einem am Montag veröffentlichten aktuellen Preisvergleich der Arbeiterkammer (AK) hervor, für den im Mai 96 Angebote in sieben europäischen Urlaubsdestinationen herangezogen wurden. "Preisvergleiche kosten zwar Zeit, schonen aber die Urlaubskassa", rät daher AK-Konsumentenschützer Harald Glatz.

Für ein Leihauto für die spanische Insel Mallorca würden Urlauber beispielsweise beim billigsten Anbieter um 282 Euro weniger zahlen als beim teuersten, so die AK. Das teuerste Angebot (beim Vermieter Budget) liege bei 423 Euro pro Woche, das billigste (bei Sixt) bei knapp 141 Euro - was einem Preisunterschied von 200 Prozent entspreche. Wer für Rhodos ein Mietauto bucht, zahle zwischen 212 Euro (Holiday Autos) und 606 Euro (Avis), der Unterschied betrage 185 Prozent. Für Zypern betrage der Unterschied zwischen dem billigstem und teuerstem Anbieter 82 Prozent oder 148 Euro, bei Sixt koste das Leihauto 181 Euro, bei Avis 329 Euro.

Preisunterschiede gebe es auch bei der Art der Bezahlung, erläutert die AK. Onlinebuchungen mit sofortiger Zahlung seien bei Avis um bis zu 18 Prozent günstiger (Kos und Antalya) als bei Zahlung vor Ort. Europcar biete in zahlreichen Ländern auch billigere Preise an, wenn im Voraus bezahlt werde.

Unterschiedliche Leistungen

Achten sollten Konsumenten auf unterschiedliche Leistungen bei der Personeninsassenversicherung, rät die AK. Es sei zu überlegen, ob eine normale Reiseversicherung die Leistungen nicht besser, günstiger und umfassender abdecke, meint Glatz. Weiters sollte man die jeweiligen Konditionen der Autovermieter bereits in Österreich studieren, zumal Mietverträge, die am Urlaubsort abgeschlossen werden, häufig in der Landessprache oder in Englisch formuliert seien.

Erkundigen sollten sich Konsumenten auch nach der Höhe des Selbstbehaltes. Außerdem sollte man fragen, ob eine Vollkaskoversicherung im Preis beinhaltet sei, so die Tipps der AK. Bevor das Auto am Urlaubsort übernommen werde, sollte man es gemeinsam mit dem Autovermieter auf Fahrtüchtigkeit (u.a. Reifen, Bremsen) überprüfen.

Die AK hat beim Preisvergleich Mietauto-Angebote von den Autovermietern Sixt, Budget, Avis, Hertz, Europcar, Thrifty Car, Sunny Cars und Holiday Autos in Korfu, Rhodos, Kos, Antalya, Ibiza, Gran Canaria, Mallorca, Lissabon, Malta, Larnaka, Sizilien und Sardinien unter die Lupe genommen. Als Pkw wurde die jeweils günstigste verfügbare Kategorie gewählt. Erhoben wurden die kompletten Mietkosten für eine Woche Sommerurlaub im August, also der Mietpreis, alle Steuern, Vollkasko-, Diebstahl-, Personeninsassenversicherung und unlimitierte Kilometer sowie eventuelle Selbstbehalte bei selbst verschuldeten Unfällen und Diebstahl. (apa)
Share if you care.