Leopold Schöggl führt schwer angeschlagene FP in die Wahl

22. Mai 2005, 15:07
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Landesparteitag in Kobenz bei Knittelfeld bestätigt Obmann, erwartete Kampfabstimmung abgesagt

Knittelfeld - Bei "einem der wichtigsten Parteitage in der Geschichte der steirischen Freiheitlichen," so Landeschef Leopold Schöggl, sammelte sich die steirische FP am Sonntag bei ihrem Landesparteitag in Kobenz bei Knittelfeld für die Landtagswahl im Oktober. Die erwartete Kampfabstimmung um die Obmannschaft fand nicht statt - Gegenkandidat Anton Knerzl trat nicht an, Schöggl wurde klar bestätigt. Ihren Rückzug kündigten überraschend Klubobfrau Waltraud Dietrich und ihr Stellvertreter Karl Wiedner an.

Der Öblarner Bürgermeister Anton Knerzl gab unmittelbar vor der Wahl bekannt, dass mit Rücksicht darauf, dass "möglicherweise die Parteifinanzen in arge Bedrängnis kommen könnten", auf eine Kandidatur verzichte. "Ich möchte der Partei dienlich sein", so seine kurze Begründung.

Schöggl gab sich in seiner Rede betont optimistisch und meinte, man werde die Herausforderung schaffen: "Wir müssen einen Schlussstrich ziehen und entschlossen und geschlossen in die Zukunft aufbrechen". Dennoch gab es eine Abrechnung mit dem BZÖ: "Diese Abspaltung war äußerst unfair und unanständig. Wir sind froh, dass diese Splittergruppe gegangen ist, das war eine Reinigung. Die Flachwurzler sind weg." Revolutionen von oben hätten keine Zukunft. Er, Schöggl, halte ein hie und da angedachtes Zusammenführen auf längere Zeit für nicht zielführend. Inhaltlich unterstrich der neue alte Landesobmann die Positionierung "rechts der Mitte" und forderte u.a. die sofortige Abschiebung straffällig gewordener Ausländer, die Verlagerung des Strafvollzugs in die Heimatländer und eine Mütterpension ab zwei Kindern."

Beschlossen wurde auch eine Statutenänderung, die die nun als "Die Steirischen Freiheitlichen - FPÖ" firmierende Landespartei in der Zusammenarbeit mit der Bundespartei nach den Worten des wiedergewählten Landesobmanns "auf Augenhöhe heben soll".

Einleitend überraschte die aus Kobenz stammende Klubobfrau Waltraud Dietrich, die sich gegen das Zerbrechen der Landtagsfraktion gestemmt hatte, mit der Ankündigung, für die Landtagswahl im Herbst nicht mehr zu kandidieren: Sie werde die "etwas irreale Welt der Politik mit einer realeren tauschen und neue Herausforderungen suchen." Dietrich ließ erkennen, dass die Vorgänge rund um die BZÖ-Gründung und damit verbundene Verletzungen ausschlaggebend für ihre Entscheidung waren. Allerdings dürften zumindest bei Wiedner mit eine Rolle gespielt haben, dass er kaum Chancen auf ein Mandat hätte. Er war vom Vorstand bei der Nominierung des Obmannstellvertreters übergangen worden.

Beim Wahlgang erreichte Schöggl 93,7 Prozent der 318 Delegiertenstimmen (2003: 74,7 Prozent). (APA)

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    FP-Spitzenkandidat Leopold Schöggl.

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    Der Öblarner Bürgermeister Anton Knerzl wollte ursprünglich gegen Schöggl antreten, zog seine Kandidatur aber dann aus Rücksicht auf die Parteifinanzen zurück.

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