Hisbollah beschoss israelische Shebaa-Stellung

23. Mai 2005, 14:57
posten

UNO über Grenzzwischenfälle besorgt

Beirut - Die Miliz der libanesischen Schiiten-Organisation Hisbollah hat am Samstag eine israelische Stellung im Gebiet der umstrittenen so genannten Shebaa-Farmen unter Beschuss genommen. Als "Antwort" auf Schüsse der israelischen Armee habe die Hisbollah ein Dutzend Geschoße auf die Stellung Ruweissat el Aalam abgefeuert, hieß es in einer Erklärung der Miliz.

Shebaa-Gebiet

Israel hatte sich im Mai 2000 nach 22-jähriger Okkupation aus dem Südlibanon zurückgezogen. Der Libanon beansprucht auch das Shebaa-Gebiet, das weiter von Israel besetzt ist, weil es nach israelischer Auffassung ursprünglich zu Syrien gehörte und deshalb erst nach einem Friedensvertrag mit Damaskus geräumt werden soll. Syrien anerkennt die libanesischen Territorialansprüche.

Situation im Libanon "fragil"

Israelische Armeekreise bestätigten den Angriff der Hisbollah. Demnach hatten israelische Soldaten zuvor Warnschüsse abgegeben, als ein Hirte in eine verbotene Zone eingedrungen sei. Laut Angaben der libanesischen Polizei schossen israelische Soldaten mit Maschinengewehren auf die Ortschaft Shebaa. Es habe keine Verletzten gegeben. Fünf Häuser seien beschädigt worden.

Die Hisbollah will erst dann ihre vom Iran ausgerüstete Miliz in eine mit der regulären libanesischen Armee verbundene Reservisten-Truppe umwandeln, wenn sich Israel aus dem Gebiet der Shebaa-Ländereien zurückzieht. Der UNO-Sicherheitsrat hatte in der Resolution 1559 vom September 2004 neben dem syrischen Militärabzug auch die Hisbollah-Entwaffnung verlangt.

UNO-Untergeneralsekretär Kieran Prendergast hatte am Donnerstag in einer Mitteilung an den Weltsicherheitsrat in New York erklärt, nach dem vollständigen Militärabzug Syriens bleibe die Situation im Libanon "fragil". Er verwies auch auf alarmierende Zwischenfälle an der libanesisch-israelischen Grenze. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte zuletzt Israel aufgefordert, die Verletzungen des libanesischen Luftraums einzustellen. (APA/Reuters)

Share if you care.