Studie: EU-Bürger stimmen in Grundwerten weitgehend überein

20. Mai 2005, 15:40
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Deutsche stehen mit Skepsis zu Einwanderung im Abseits

Paris - Die Bewohner verschiedener EU-Länder haben mehr gemeinsame Wertvorstellungen, als ihnen selbst bewusst ist. Vor allem in Bezug auf Wirtschaft und Soziales habe ein Großteil von Befragten aus zehn EU-Staaten weitgehend übereinstimmende Ansichten, heißt es in einer am Donnerstag in Paris veröffentlichten Studie des französischen Instituts TNS Sofres. Allerdings glaubte demnach jeder zweite Befragte, dass die eigenen Werte kaum denen in anderen EU-Ländern entsprächen.

Starke Unterschiede zeigte die Studie bei der Einstellung zur Einwanderungspolitik auf. Im markanten Gegensatz zu den Befragten aus Finnland, Italien, Polen und Frankreich gaben 70 Prozent der Deutschen an, ihr Land vertrage keine weiteren Immigranten.

Deutliche Übereinstimmungen gab es laut der Studie bei der Frage, ob marktwirtschaftliche Konkurrenz positive Auswirkungen auf die Beschäftigung habe: Dies bejahten rund drei Viertel aller Befragten. Zwei Drittel gaben an, das Streben nach Profit sei positiv für die Gesellschaft. Gleichzeitig wünschten sich die meisten Befragten aber Grenzen der Konkurrenz und ein Minimum an gesellschaftlicher Solidarität, etwa kostenlose medizinische Versorgung (85 Prozent) oder garantierte Mindestlöhne (63 Prozent).

Weitgehende Übereinstimmungen gab es auch bei kulturellen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen. Die Mehrheit der Befragten sprach sich etwa gegen die Todesstrafe und - mit Ausnahme der Polen - für das Recht auf Abtreibung aus.

Die Umfrage berücksichtigte Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Polen, Tschechien, Großbritannien, den Niederlanden, Finnland und Portugal. In diesen zehn Ländern leben rund 85 Prozent der EU-Bevölkerung. (APA/AFP)

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