Britischer Abgeordneter attackiert US-Regierung im Senat

19. Mai 2005, 10:15
13 Postings

Galloway bestreitet bei Hearing Annahme von Geldern aus irakischen Ölverkäufen

Washington - Mit einer scharfen Attacke gegen die USA und den Irak-Krieg hat der britische Abgeordnete George Galloway sich vor dem amerikanischen Senat gegen Korruptionsvorwürfe gewehrt. Er habe nie einen Penny aus irakischen Ölverkäufen bekommen, sagte Galloway am Dienstag bei einer Anhörung in Washington. Er warf den Senatoren ein Ablenkungsmanöver vor, um die Verschwendung irakischer Ressourcen durch die amerikanische Besatzung nach dem Einmarsch zu kaschieren.

Der Senatsausschuss hatte am Montag einen Bericht veröffentlicht, wonach neben Galloway auch russische und französische Politiker irakische Bestechungsgelder erhielten. Sie hätten von Saddam Hussein Exportgenehmigungen im Rahmen des "Öl-für-Lebensmittel"-Programms der Vereinten Nationen zum Vorzugspreis enthalten und auf dem freien Markt gegen Gewinn weiterverkauft. Der Senat bezog sich unter anderem auf Aussagen des ehemaligen stellvertretenden irakischen Ministerpräsidenten Tarek Aziz, der das Programm persönlich überwachte und jetzt in US-Gewahrsam ist.

Da man nach den Misshandlungsskandalen ja wisse, wie die USA Gefangene behandelten, sei fraglich, ob solche Aussagen überhaupt glaubwürdig seien. "Ich habe mein Herz und meine Seele dafür gegeben, euch von dem Desaster abgehalten, das ihr mit der Invasion des Iraks angerichtet habt", sagte Galloway. Hunderttausend Menschen hätten mit ihrem Leben für die US-Fehler bezahlt. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    George Galloway vor dem US-Senat

Share if you care.