Meister vor der Mattscheibe

24. Mai 2005, 20:04
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Die Rapidler erlebten die entscheidenden Minuten der Meisterschaft vor dem Fernseher - Ivanschitz: "Jetzt haben wir Sicherheit"

Wien - Es hatte etwas von Silvester. Das Warten auf die Minute X. Im Schutzhaus zu den Döring's im zwölften Bezirk hatte sich die Rapid-Mannschaft am Samstag fast vollständig versammelt, um auf Großbild-Leinwand die Partie Pasching - Austria Wien zu verfolgen. Dank Paschinger Schützenhilfe beim 1:1 konnte nach 90 aufreibenden Minuten um 17:17 Uhr der Meistertitel gefeiert werden.

"Das Spiel im Fernsehen anzuschauen waren die schlimmsten Momente meiner Karriere. So nervös war ich noch nie", sagte Torhüter Helge Payer über seinen Gefühlshaushalt. Paschinger Aktionen wurden mit Jubel und Applaus bedacht, Angriffe der Austria kamen weniger gut an. Nach dem 1:0 für den Noch-Konkurrentendurch Petrous machte Glieder in der 65. Minuten mit seinem Ausgleichstreffer für Rapid alles klar. Angefeuert und gezittert wurde bis zum Schluss, selbst in der 90. Minute schickten die Spieler den Sekt wieder zurück. Nur kein verfrühter Jubel.

"Es wäre schön gewesen, wenn wir den Titel auf dem Platz gewonnen hätten. Aber wichtig ist, dass wir Meister sind, die Mannschaft hat sich das verdient", freute sich Kapitän Steffen Hofmann. "Wir waren alle nervös und angespannt, wenn man zuschauen muss und nicht eingreifen kann." Andreas Ivanschitz erlebte zum zweiten Mal eine Meister-Kür vor dem Fernseher. Vor neun Jahren war er als Zwölfjähriger vor dem Bildschirm gesessen, nun zitterte er wieder machtlos mit. "Es war schrecklich als Zuschauer. Als Austria führte, tat das weh. Aber Pasching hat sensationell zurück gekämpft, sie hätten sogar noch gewinnen können. Mein Dank gilt auch Pasching", sagte der Teamkapitän.

"Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Sensationell, ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Das ist der Lohn für die harte Arbeit über eine ganze Saison. Die Anspannung in den letzten Runden war schon hoch. Jetzt bin ich froh, jetzt haben wir Sicherheit", erklärte Ivanschitz, der auch den Anhängern eine große Party ankündigte: "Mit den Fans werden wir eine Party feiern, wie es sie 15 Jahre nicht mehr gegeben hat. Die letzten drei Spiele werden 90 Minuten Party." (APA/red)

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    Helge Payer und Kollegen in inniger Umarmung.

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