EU-Geduld mit Microsoft neigt sich dem Ende zu

23. Mai 2005, 14:21
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Sprecher der Brüsseler Wettbewerbsbehörde: "Es geht eher um Wochen als um Monate"

Die Europäische Union ist wegen Microsofts zögerlicher Umsetzung der EU-Auflagen offenbar mit ihrer Geduld am Ende. "Unsere Geduld kann eher in Wochen als in Monaten bemessen werden", zitiert das Branchenportal Cnet einen Sprecher der Brüsseler Wettbewerbsbehörde. "Sie haben jetzt über ein Jahr Zeit gehabt. Microsoft weiß, dass wenn sie den Auflagen nicht nachkommen, wir sie mit bis zu fünf Prozent ihres täglichen weltweiten Umsatzes bestrafen können".

Datum

Laut EU-Angaben gibt es ein bestimmtes Datum, bis zu dem Microsoft die im Vorjahr verhängten Auflagen erfüllen muss. Die EU habe aber aus verhandlungstaktischen Gründen entschieden, dieses Datum nicht zu veröffentlichen. Microsoft war im Vorjahr von den Brüsseler Wettbewerbshütern dazu verurteilt worden, Teile des Software-Codes offenzulegen und ein Betriebssystem ohne Media Player auf den Markt zu bringen. Offen bzw. nicht zufrieden stellend erledigt sind für die Brüsseler Behörden unter anderem Lizenzierungs-Fragen im Server-Bereich. Nicht ganz erledigt sind laut Brüssel darüber hinaus auch Fragen bezüglich des abgespeckten Windows-Betriebssystems ohne Media Player.

Zunehmende Ungeduld

Die Europäische Union hatte bereits im April ihre zunehmende Ungeduld mit Microsoft zum Ausdruck gebracht. Ende April war die zuständige Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes mit Microsoft-Chef Steve Ballmer zusammengetroffen und hatte eine rasche und vollständige Umsetzung der EU-Auflagen verlangt.(pte)

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