Wiener Neustadt: Zwölf Jahre Haft für jungen Ausbrecher

12. Mai 2005, 15:42
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Eine knappe Stunde, nachdem aus dem Krankenhaus spektakulär entkommen war, wurde er wieder eingefangen

Wiener Neustadt - Nur kurz konnte sich ein damals 19-Jähriger Häftling im Mai des Vorjahrs über seinen erfolgreichen Ausbruch freuen. Eine knappe Stunde, nachdem er aus dem Krankenhaus Neunkirchen entkommen war, wurde er wieder eingefangen. Am Mittwoch verurteilte ihn das Landesgericht Wiener Neustadt wegen erpresserischen Entführung, schwerer Nötigung und illegalen Waffenbesitzes zu zwölf Jahren Haft, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Wegen einer Handverletzung war der Teenager aus der Jugendstrafanstalt Gerasdorf in das Spital gebracht worden. Während der Behandlung packte er plötzlich die 41-jährige Ärztin von hinten am Hals und setzte ihr ein Stanleymesser an. Anschließend forderte der 19-Jährige den anwesenden Justizwachebeamten auf, seine Waffe abzulegen und ließ ihn ans Waschbecken fesseln. Nach einer Stunde flüchtete der Häftling durchs Fenster.

Vor dem Krankenhaus stieg er in das Auto einer 20-jährigen Frau. Unter dem Vorwand, sein Pkw sei gestohlen worden, lockte er die Lenkerin auf die Autobahn, wo die junge Frau die Waffe bemerkte. Auf dem Parkplatz der SCS stieg der Mann schließlich aus und ging in das Shoppingcenter - wo er sich danach von der alarmierten Gendarmerie widerstandslos festnehmen ließ. (APA, moe, DER STANDARD Printausgabe 12.5.2005)

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