Wolford überrascht mit Gewinnwarnung - 2004/05 Verlust erwartet

20. Mai 2005, 16:25
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Enttäusche Umsatzentwicklung im März und April - Gesamtjahr bescherte Minus von 2,4 Prozent - Flaues Geschäft in Fernost und der Schweiz

Wien - Der börsenotierte Strumpf- und Bodyhersteller Wolford hat am Mittwoch überraschend eine Gewinnwarnung für das mit 30. April beendete Geschäftsjahr 2004/05 abgesetzt. Nach einem schwachen Schlussquartal wird nun unter dem Strich ein Verlust erwartet. An der Börse gab die Wolford-Aktie im heutigen Frühhandel um knapp 3 Prozent auf 16,90 Euro nach.

Noch vor knapp zwei Monaten hatte der Vorstand bei Bekanntgabe der Zahlen zu den ersten drei Quartalen, die ein Periodenergebnis von 1,09 Mio. Euro auswiesen und damit noch einen Gewinn, für das Gesamtjahr eine "Ergebnisverbesserung" in Aussicht gestellt. 2003/04 hatte Wolford ein positives Jahresergebnis von rund 860.000 Euro geschrieben.

Enttäuschende Umsatzentwicklung

Engültige Zahlen für das Jahr 2004/05 legt das Bregenzer Unternehmen am 21. Juli vor. Dass jetzt nach Steuern mit einem Jahresfehlbetrag gerechnet wird, begründete Wolford in einer Ad hoc-Information mit einer enttäuschenden Umsatzentwicklung in den beiden letzten Monaten März und April, höheren Kosten bei der strategischen Neuausrichtung des Konzerns sowie Sondereffekten (etwa durch die Verringerung des latenten Steuerguthabens durch den neuen Körperschaftssteuersatz von 25 Prozent).

Der Gruppenumsatz sank 2004/05 nach vorläufigen Zahlen um 2,4 Prozent von 119,2 auf 116,3 Mio. Euro; damit jedoch weniger stark als noch im Vorjahr mit minus 7,4 Prozent, wie vom Unternehmen dazu angemerkt wurde. Als Hauptgründe für den Umsatzrückgang nannte Wolford neben dem schwachen Dollar, auf den rund ein Drittel des gesamten Umsatzverlusts zurückzuführen sei, deutlich geringere Umsätze im Private Label Geschäft (-24 Prozent).

Markengeschäft mit leichtem Minus

Das Markengeschäft mit 96 Prozent Anteil am Gesamtumsatz habe sich 2004/05 mit einem "unterdurchschnittlichen" Minus von 1,4 Prozent etwas besser entwickelt, teilte Wolford weiter mit.

Bedingt durch eine groß angelegte Neuordnung des Vertriebs und damit einhergehenden Schließungen von Niederlassungen und Verkaufsstellen sei es in den Fernostmärkten (Japan, Hongkong, Korea, Australien) zu einer Halbierung des Umsatzvolumens gekommen. In der Schweiz musste Wolford ein Minus von 18 Prozent hinnehmen.

Weiterhin positiv lief das Geschäft in Skandinavien (+16 Prozent), CEE (+14 Prozent), Großbritannien (+7 Prozent), Österreich (+6 Prozent), Niederlande (+6 Prozent), Italien (+2 Prozent) und Frankreich (+2 Prozent). Per Ende des Geschäftsjahres verfügte die Gruppe über insgesamt 227 (2003/04: 226) Boutiquen.

Deutschland-Umsatz erholt sich

In Deutschland, einem der Hauptmärkte von Wolford, seien die Umsätze 2004/05 - nach mehreren Geschäftsjahren mit zweistelligen Rückgängen - zwar noch marginal gesunken. Im dritten und vierten Quartal habe es aber bereits jeweils ein Umsatzplus (im Vergleich zu den Vorjahresquartalen) gegeben.

Den sechsprozentigen Umsatzrückgang in den USA führt das Unternehmen ausschließlich auf die Dollar-Schwäche (im Verhältnis zur Konzernwährung Euro) zurück. Bereinigt um Währungseffekte errechne sich für den US-Markt ein leichter Umsatzzuwachs.

"2004/05 stand gänzlich im Zeichen der Neuausrichtung des Unternehmens", schreibt Wolford in seiner heutigen Pressemitteilung. "Da dieser Prozess bereits weit gediehen ist, lassen sich positive Effekte für das am 1. Mai begonnene neue Geschäftsjahr erwarten." (APA)

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