betandwin erwartet "überproportionale Gewinne" nicht vor 2007

18. Mai 2005, 10:03
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Marketingausgaben sollen heuer auf 60 bis 80 Mio. Euro erneut verdreifacht werden - Merger nach 2006 nicht ausgeschlossen - HV beschließt indirekt Aktiensplit

Der börsenotierte Internet-Wettanbieter betandwin wird auch heuer und im nächsten Jahr keine "überproportionalen Gewinne" schreiben. Zumindest in den nächsten zwei Jahren sei ein deutlich positiver Cash Flow in jedem Fall entscheidender, betonte betandwin-Chef Norbert Teufelberger am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

Geld zum Anwerben neuer Kunden

Den Cash Flow will das Unternehmen vorerst weiterhin in die Anwerbung neuer Kunden investieren. Heuer sollen die Marketingausgaben auf 60 bis 80 Mio. Euro wie schon im Vorjahr erneut verdreifacht werden. Diesen Kurs werde das Unternehmen fortsetzen, solange das Kundenwachstum anhalte, betonte Co-Chef Manfred Bodner. In Zentraleuropa liege das Potenzial für Internet-Wetten bei zehn Prozent der Gesamtbevölkerung.

Ziel

Ziel von betandwin sei es, in allen EU-Ländern und Russland zumindest zwei Prozent dieses Potenzials auszuschöpfen. Abgesehen von Österreich, Deutschland, Griechenland und der Türkei sei dieses Ziel bisher noch nicht erreicht. Für betandwin würde das eine Verfünf- bis Verzehnfachung des Unternehmens bedeuten, erklärte Bodner.

Solange das Unternehmen weit stärker wachse als die Konkurrenz, ist auch eine Fusion mit einem Mitbewerber kein Thema. Längerfristig schließt er einen Merger etwa mit der britischen Sportingbel nicht aus. "Wir werden in den nächsten zwei Jahren sehen, ob eine solche Partnerschaft Sinn macht und von den Aktionären her unterstützt wird. Synergiepotenzial gibt es sicher", erklärte Bodner.

Finanziert werde das Wachstum ausschließlich aus dem Cash Flow

Zusätzliches Kapital vom Eigentümer wird betandwin für seine angepeilte Expansion aber nicht einholen. Finanziert werde das Wachstum ausschließlich aus dem Cash Flow, betonte Teufelberger.

Bei der Hauptversammlung (HV) wird heute Abend lediglich eine "formelle" Verdoppelung des Grundkapitals beschlossen. Hintergrund waren Pläne für einen Aktiensplit. Weil die betandwin-Aktie mit einem Euro Nennwert auf Grund der derzeitigen Gesetzeslage nicht mehr geteilt werden konnte, werde jetzt durch die Verdoppelung des Grundkapitalerhöhung die Aktie auf Umwegen im Verhältnis 1 zu 2 gesplittet, erläuterte Teufelberger.

"Wir wollen keine Aktie um 100 Euro"

Hintergrund ist der sprunghafte Anstieg des betandwin-Aktienkurses seit Jahresbeginn. Der Wert der Aktie hat sich seit Jahresbeginn auf aktuell 118 Euro vervierfacht. Ziel der Teilung sei es, das Papier durch eine höhere Stückelung auch wieder für Kleinaktionäre attraktiver zu machen. "Wir wollen keine Aktie um 100 Euro", betonte Bodner. Bis die Änderung sich im Listing niederschlägt, wird es voraussichtlich aber noch bis 1. Juni dauern.

Einen weiteren Aktien-Split schließt das Unternehmen nicht aus. Die komme aber erst nach eine gesetzlichen Senkung des Mindestnennwerts in Frage, betonte Teufelberger.(APA)

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