Deutsche Börse-AR Breuer vor Rücktritt

9. Mai 2005, 16:06
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"Handelsblatt": Bei Breuer-Rücktritt auch Börsechef Seifert kaum zu halten

Frankfurt - Im Streit um das Führungspersonal der Deutschen Börse setzen sich die oppositionellen Aktionäre nach Zeitungsberichten zunehmend durch. In Frankfurter Finanzkreisen hätten sich am Wochenende die Hinweise verdichtet, dass Breuer schon bei der Sitzung des Gremiums am Montag seinen Posten zur Verfügung stellen könnte, schreibt das "Handelsblatt" (Montag). Die Wahrscheinlichkeit dafür sei hoch, berichtete das Blatt unter Berufung auf das Umfeld des Aufsichtsrats. Auch die "Bild" spekulierte am Montag über einen Abgang Breuers. Die Deutsche Börse wollte die Berichte nicht kommentieren.

Rücktritt hätte auch für den Börsechef Folgen

Bei den jüngsten Gesprächen mit kritischen Aktionären habe sich abgezeichnet, dass das Börsen-Management keine ausreichende Unterstützung genieße, berichtete das "Handelsblatt" weiter. Bei einem Rücktritt Breuers sei auch Börsenchef Werner Seifert kaum zu halten. Das Schicksal beider sei eng verbunden, zitierte die Zeitung Finanzkreise. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Breuer zurücktritt", sagte dagegen eine Person aus dem Umfeld der Deutschen Börse am Montag zu Reuters. "Das würde den Aufsichtsrat unmittelbar und sofort sprengen. Ich glaube nicht, dass Breuer das auf sich nimmt und ich glaube auch nicht, dass Seifert zurücktritt." Gerade letzterer sei stur und werde nicht kampflos aufgeben.

Zuvor hatte die Fondsgesellschaft Deka klar gemacht, dass sie sich bei dem Antrag auf Abwahl des Aufsichtsratschefs auf der Hauptversammlung Ende Mai der Stimme enthalten wolle.

Das Management der Deutschen Börse sieht sich derzeit massiver Kritik aus dem eigenen Aktionärskreis ausgesetzt. Der Fonds TCI, der rund acht Prozent der Anteile an dem Konzern hält, hatte die Börse zunächst zum Rückzug vom geplanten Kauf der Londoner Börse und zur Ausschüttung von Barmitteln an die Aktionäre gezwungen. Dabei wurde TCI nach Medienberichten von rund 35 Prozent der Anteilseigner unterstützt. Nun will der Fonds auf der Hauptversammlung Breuer abwählen lassen. Die Börse hatte es zuvor abgelehnt, bereits in diesem Jahr der Opposition einige Aufsichtsratspositionen zur Verfügung zu stellen. (APA/Reuters)

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