Wissen: Mauthausen

8. Mai 2005, 18:24
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Das Konzentrationslager Mauthausen wurde 1938 errichtet. Am 8. August wurden rund 300 Häftlinge aus dem KZ Dachau überstellt, um beim Steinbruch "Wiener Graben" die ersten vier Baracken zu errichten. Das Lager Mauthausen entwickelte sich schnell zu einem Todeslager der schlimmsten Kategorie III. Mit dem Bau einer Gaskammer wurde im Herbst 1941 begonnen. Vor allem Juden, so genannte Zigeuner, Russen, Polen und republikanische Spanier wurden bis zum Spätsommer 1943 zur Vernichtung nach Mauthausen deportiert.

Mit Fortschreiten des Krieges wurde das Todeslager immer mehr zum Arbeitslager. Arbeitssklaven für die Rüstungsindustrie wurden in den 49 Nebenlagern interniert. An diesen Standorten in Ober-und Niederösterreich, in der Steiermark, Wien und Kärnten befanden sich mehr Häftlinge als in Mauthausen selbst. In das Stammlager wurden jene Häftlinge überstellt, die ermordet werden sollten. An die 200.000 Insassen wurden in Mauthausen und den Nebenlagern gefangen gehalten. Rund die Hälfte von ihnen hat das nicht überlebt. Zu Kriegsende war Mauthausen Ziel der Todesmärsche aus anderen Konzentrationslagern. In den letzten Monaten starben hier mehr Menschen als in sechs Jahren zuvor.

Am Morgen des 5. Mai 1945 wurde das Lager von der 11. Panzerdivision der 3. US-Armee befreit. (ker/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9. Mai 2005)

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