Systemhaus ACP zieht es nach Deutschland

13. Mai 2005, 10:04
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Österreichische ACP will Bayern erobern

"Am Anfang", erzählt Stefan Csizy, Geschäftsführer des österreichischen Systemhauses ACP (All Computer Products) "läutete bei uns das Telefon nur, wenn jemand privat verlangt wurde." Das war 1993, als Csizy gemeinsam mit fünf Geschäftspartnern das Unternehmen gründete. Heute zählen Großbanken, Finanzämter, Wirtschaftskammern, Bundeskanzleramt, Unternehmen oder das Magistrat Wien zu den bislang rund 30.000 Kunden.

Mit Computer-Gesamtlösungen (Hardware, Software, Netzwerke, Service) hat es ACP in Österreich mit 30 Prozent Marktanteil in nur zwölf Jahren an die Spitze geschafft. "Wir haben zum richtigen Zeitpunkt begonnen und hatten auch Glück", resümiert Csizy entspannt. "Unser Konzept lautet: Wir beteiligen uns mehrheitlich an Firmen, belassen das Management in seiner Position und beteiligen es am Erfolg. Daher werden unsere Fachkräfte auch kaum abgeworben", so Csizy.

Transparenz

Er baut vor allem auf das Vertrauen seiner Kunden. "Als die Jahrtausendwende kam, haben viele Computerhäuser mit Panikmache Gewinn gemacht. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sie unseriös agierten", meint Csizy. Da setzte ACP mit "ehrlichen, transparenten Lösungen" an, "die jeder nachvollziehen kann".

"Mittlerweile haben wir in Österreich unser Potenzial beinahe ausgeschöpft", sagt Csizy. Deshalb wird nun verstärkt der bayrische Markt beackert. Seit 2003 hat es ACP in Deutschland auf vier Standorte gebracht. Bis 2007 soll es nicht weniger als die Marktführerschaft in Bayern sein. Dann, so Csizy, sei auch ein Börsengang des Unternehmens möglich. An Ostgeschäften zeigt er kein Interesse. "Wir vertrauen auf den deutschsprachigen Markt. Da wissen wir, woran wir sind." Interessant wäre freilich auch die Schweiz, "weil das ist ein entwickelter Markt". Erst aber sollen die Deutschen verstärkt ins Netz der ACP gehen.

Leasingkonzept

Mit einem neuen Leasing-und Finanzierungskonzept glaubt ACP einen Schritt in die Zukunft zu tun. "Wir verleasen Geräte, bieten begleitende Finanzierung an und kaufen nach drei Jahren wieder zurück." Die gebrauchten Computer werden an Drittländer wie Weißrussland, die Ukraine oder Afrika weitergereicht. Die Entwicklung neuer Software für Ärzte (medXpert), Notare (notarXpert) oder Rechtsanwälte (jurXpert) bezeichnet Csizy als Sonderlösung, für die es kaum Mitbewerber gebe.

In Österreich verfügt ACP über 24 Niederlassungen. Der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug nach Unternehmensangaben 255,8 Millionen Euro (2003: 218,5 Mio. Euro), ein Gewinn von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um ein Fünftel auf 609. Als Umsatzziel für 2005 legt sich das Systemhaus die Latte bei 285 Mio. Euro. ( Barbara Forstner , DER STANDARD Printausgabe, 06.05.2005)

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