Weniger Frauen am türkischen Arbeitsmarkt

4. Mai 2005, 19:43
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Open Society Institut: Nachholbedarf bei Geschlechtergleichstellung

Brüssel - Die Beteiligung der Frauen im türkischen Arbeitsmarkt ist offenbar stark zurück gegangen. Laut einem Bericht des Open Society Instituts (OSI) über Geschlechterdiskriminierung in den neuen EU-Staaten und Kandidatenländern ging der Prozentsatz der arbeitstätigen Frauen in der Türkei von 1999 bis 2004 von 34 auf 22,5 Prozent zurück.

Gründe

Laut den offiziellen Statistiken standen 2002 in der Türkei 1,7 Millionen weiblichen Einkommensbeziehern 7,4 Millionen männliche gegenüber, wobei Frauen im Schnitt um 22,5 Prozent weniger verdienten als ihre männlichen Kollegen. Der Hauptgrund für den Rückgang der Erwerbsquote der Frauen in den vergangenen fünf Jahren sei die schwierige wirtschaftliche Lage in der Türkei gewesen, die zu einer Verstärkung der traditionellen Rollenverteilung geführt habe, heißt es in dem Bericht. Eine "konsistente" Politik für mehr weibliche Beschäftigung gibt es laut OSI nicht. Im nationalen türkischen Parlament sind 4,4 Prozent der 550 Abgeordneten weiblich, in den lokalen Parlamenten 0,6 Prozent.

Untersuchung

Der Bericht basiert auf den Untersuchungen von Gleichberechtigungs-ExpertInnen und lokalen NGOs in Bulgarien, Tschechien, Estland, Ungarn, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei und Türkei. Auch in diesen Ländern ortet das OSI großen Nachholbedarf bei der Geschlechtergleichstellung und fordert die Regierungen auf, entsprechende Strategien einzuführen.

"Die Ergebnisse des Berichts zeigen, dass wir unsere Bemühungen um gesetzlich verbindliche EU-Instrumente für die Geschlechtergleichstellung verstärken müssen", sagte die ungarische Parlamentarierin und Vizepräsidenten des Gleichberechtigungs-Ausschuss Zita Gurmai. (APA)

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