Amöben-Erbgut entziffert

5. Mai 2005, 14:00
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Gruppe mit deutscher Beteiligung entdeckte 12.500 Gene - etwa halb so viele wie beim Menschen

Bonn/Köln - Ein internationales Forscherteam hat das Erbgut einer sozialen Amöbe entziffert. Die Gruppe mit deutscher Beteiligung entdeckte 12.500 Gene. Damit hat der Einzeller etwa halb so viele Gene wie ein Mensch. Die Erkenntnisse über die Amöbe Dictyostelium discoideum könnte auch helfen, menschliche Gene zu verstehen, deren Funktion noch unbekannt sei, teilte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am Mittwoch in Bonn mit.

Die knapp 100 beteiligten Wissenschafter kamen unter anderem von den Universitäten Köln, Frankfurt/Main und München (Ludwig-Maximilians-Universität) sowie vom Institut für Molekulare Biotechnologie in Jena. Dictyostelium discoideum gilt als soziale Amöbe. Bei Nahrungsmangel bilden bis zu 100.000 Exemplare einen Verband, in dem sich einzelne Mitglieder "opfern", um das Fortbestehen der anderen zu sichern. Entwicklungsgeschichtlich reichen die sozialen Amöben zurück bis zur Zeit vor der Aufspaltung in Pilze und Tiere. Ihre Erforschung könne deshalb die Evolution komplexer Lebensformen beleuchten, hieß es in der DFG-Mitteilung. Die Forscher präsentieren das Genom im britischen Fachjournal "Nature". (APA/dpa)

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