Die neuen Förderprojekte von Filminstitut und Filmfonds Wien

10. Mai 2005, 21:52
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Über zweieinhalb Millionen wurde entschieden

Wien - Neue Dokumentationen von Elisabeth Scharang und Barbara Gräftner und ein Spielfilm von Peter Payer sind unter den Projekten, deren Herstellung das Österreichische Filminstitut (ÖFI) im Rahmen des zweiten Antragstermins fördert. Insgesamt wurden laut ÖFI 1.375.654 Euro Fördergelder vergeben, darunter 1,1 Mio. für Herstellungsförderungen, der Rest u.a. für Projekt- und Drehbuchentwicklungen.

Insgesamt 1,2 Mio. Euro Fördergelder für elf Filmprojekte hat der Filmfonds Wien während seiner zweiten Jurysitzung vergeben. Zehn Filmprojekte, darunter drei Dokus über Österreichs NS-Vergangenheit und deren Folgen, erhalten eine Herstellungsförderung. Für die Projektentwicklung geht eine Förderzusage an einen Kinothriller von Ruth Mader und Martin Leidenfrost, heißt es in einer Aussendung.

Filminstitut

44 Förderungsanträge, darunter 15 Anträge auf Herstellungsförderung, hatte die Projektkommission des Filminstituts zum jüngsten Antragstermin am 22. März zu begutachten. Die vier vergebenen Herstellungsförderungen gehen an eine Doku von Elisabeth Scharang über das Spiegelgrund-Opfer Friedrich Zawrel ("Meine liebe Republik"), an eine Langzeit-Doku von Barbara Gräftner, die zwei unheilbar kranke Frauen auf ihrem Weg zum Tod begleitet, an einen Spielfilm von Peter Payer über einen Bahnhofsvorsteher, der eine Zugentgleisung auslöst, sowie an einen Spielfilm, der in der Johannisnacht in Lettland spielt (Regie: Alexander Hahn).

Im Rahmen der Projektförderung wird die Entwicklung eines Spielfilms und zweier Dokus gefördert. "Zara" von Aytwn Mutulu Saray erzählt von einer Frau, die nach Jahren im Schweizer Exil ihr Heimatdorf wiederfinden möchte. David Zane Mairowitz und Nodar Managadze, zwei Regisseure aus New York und Tiflis, wollen den Stalinkult in Georgien dokumentieren, und Brigitte Weich arbeitet an einer Doku über das Fußballteam von Nordkorea.

Projektförderungen für eine Drehbuchentwicklung im Team gehen an Theu Boermans Spielfilmprojekt "Die Kinder von Wien" über einen schwarzen US-Seelsorger im besetzten Wien und einen neuen Spielfilm von Robert A. Pejo - zuletzt erfolgreich mit "Dallas Pashamende" - rund um einen rumänischen Fischer. Projektförderungen für die Drehbucherstellung erhalten Kitty Kinos "Lara und die Insider" über eine Elfjährige in der Krise und Stefan Kutzenbergers Doku "Ein Sommer im Käfig" über den Fußballkäfig am Wiener Margaretengürtel.

Drei weitere Projektentwicklungen werden mit 63.500 Euro aus der Referenzfilmförderung, d.h. ohne Kommissionsentscheidung, gefördert: Bernd Neuburgers Kinderfilm "Mozart in China", ein TV-Spielfilm von Harald Sicheritz über den rothaarigen Priester "Prete Rosso" sowie ein Spielfilm von Markus Heltschl über einen Schriftsteller mit traumatischer Kindheit.

Weitere Antragstermine dieses Jahr sind der 24. Mai, 13. September und 8. November.

Filmfonds Wien

Kurt Mayer macht in "Berggasse 19 - Freuds verschwundene Nachbarn" die urbane Topographie und Logistik des systematischen Raubs und der Deportation sichtbar. Der von Pale Blue Productions produzierte Film "Butterkinder" hat die Verschickung unterernährter österreichischer Kinder zu europäischen Gastfamilien nach Ende des 2. Weltkrieges zum Inhalt. Und Elisabeth Scharang setzt nach dem Spielfilm "Mein Mörder" ihre Beschäftigung mit dem Fall Heinrich Gross - Friedrich Zawrel in einer Doku fort.

Unter den vom Filmfonds Wien geförderten Projekten sind drei TV-Biopics: Xaver Schwarzenberger erzählt die Geschichte der "Appolonia Margarete Steiff", die trotz Kinderlähmung zur Schöpferin der weltberühmten "Steiff"-Stofftiere wurde. Die Hauptrolle spielt Heike Makatsch. Eine österreichisch-französisch-Schweizer Koproduktion unter Beteiligung von über zehn europäischen TV-Anstalten widmet sich in der Regie von Dominique Othenin-Girard dem Leben von Henry Dunant, dem Gründer des Roten Kreuzes. Und eine Doku von Robert Neumüller beschäftigt sich mit den Wiener Jahren von Elias Canetti.

Weitere Herstellungsförderungen gehen an vier Kinofilme, darunter eine Langzeit-Doku von Barbara Gräftner, die zwei unheilbar kranke Frauen auf ihrem Weg zum Tod begleitet, und drei Spielfilme. Im Mittelpunkt der Komödie "Pol 62", einer Koproduktion der Wiener Amourfou mit Luxemburg, steht ein Zwölfjähriger im Luxemburg des Jahres 1962. Dusan Milics "Love Fair" erzählt ein Drama im serbischen Roma-Milieu und Dana Nowaks "Antonia" von einer jungen Frau, deren Fantasiewelt aus den Fugen gerät.

Das mit einer Projektentwicklung bedachte Thriller-Projekt "Serviam - Ich will dienen" von Ruth Mader und Martin Leidenfrost spielt in einem katholischen Mädchenpensionat bei Wien und hat bei der vergangenen Diagonale (ex aequo mit Andrina Mracnikar) den Carl-Mayer-Drehbuchpreis erhalten. (APA)

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