Österreich ist in Bulgarien Investor Nummer eins

20. Mai 2005, 16:48
26 Postings

Banken und Ver­sicherungen stark vertreten - Finanz­minister Weltschew: "Mit 75 Euro im Monat kann man überleben" - mit Infografik

Sofia - Wer in Sofia unterwegs ist, stößt unweigerlich auf österreichische Unternehmen. Österreich ist im Acht-Millionen-Einwohnerland der größte Investor, wie der bulgarische Finanzminister Milen Weltschew (Velchev) gegenüber österreichischen Journalisten in Sofia bestätigte. Auch der österreichische Handelsdelegierte in Sofia, Hermann Ortner, zählt stolz auf: "Bei den Investitionen sind wir die Nummer eins. Österreich hat mehr investiert als Deutschland und Italien zusammen".

Banken und Versicherungen

Österreichische Banken und Versicherungen sind in Bulgarien sehr stark vertreten. Die etwa 80 OMV-Tankstellen "sind die schönsten im Land", so Ortner. Zudem gebe es einige große Billa-Filialen. Die Direktflüge Wien-Sofia (drei Mal täglich) seien fast immer ausgebucht. "Jeden Tag kommen Vertreter österreichischer Firmen nach Bulgarien. Und nach dem Beitritt des Landes werden es noch mehr sein, weil es dann auch Fördermittel gibt und zudem bessert sich die Rechtssicherheit ständig", freute sich Ortner.

Privatisierungen schreiten voran

Die makroökonmischen Daten Bulgariens lesen sich sehr gut. Der junge Finanzminister Weltschew (36) zählt auf: 5,5 Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2004 und heuer, für 2006 wird ein Wachstum von bis zu sechs Prozent erwartet; 1,7 Prozent Budget-Überschuss vom BIP 2004; die Arbeitslosigkeit sank dank spezieller Projekte der Regierung, die dafür etwa 200 Mio. Euro zur Verfügung stellte, auf offiziell zwölf Prozent; Privatisierungen schreiten voran.

Die Inflation beträgt etwa vier Prozent - durchaus ein Erfolg, wenn man bedenkt, dass sie sich nach dem "Krisenwinter" und dem "Bankencrash" 1996/1997 auf bis zu 1.000 Prozent belief. Zudem betonte Weltschew, dass Bulgarien schon zwei Jahre nach dem geplanten EU-Beitritt (1. Jänner 2007) der Euro-Zone angehören möchte. Die bulgarische Währung (Lewa) ist bereits jetzt fix an den Euro gebunden.

Durchschnittslohn 150 Euro

Auf der anderen Seite sind die Lebensbedingungen für die Menschen alles andere als rosig: Der Durchschnittslohn beträgt etwa 150 Euro, der Mindestlohn und die Durchschnittspension 75 Euro. Für Weltschew, der in den USA studierte und als Investmentbanker in London arbeitete, nicht ein sonderliches Problem: "Natürlich kann man mit 75 Euro im Monat überleben. Es ist zwar nicht leicht, aber es geht, weil auch die Preise noch nicht so hoch sind". Zudem wies er darauf hin, dass der Durchschnittslohn vor vier Jahren noch 40 Euro betragen habe. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Österreich ist in Bulgarien vor allem mit Banken, Versicherungen und Tankstellen vertreten.

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.