Seit Jahresbeginn rund 61.000 Menschen vertrieben

23. Mai 2005, 06:46
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Täglich elf Todesopfer - Regierung besprüht Felder mit Pestiziden

Bogota - Durch den Guerillakrieg in Kolumbien sterben nach Angaben der regierungsunabhängigen Organisation Codhes pro Tag durchschnittlich elf Menschen. Wie Codhes am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, müssen ferner wegen der Gewalt und der Giftsprüheinsätze aus der Luft gegen illegale Koka- und Klatschmohnfelder durchschnittlich pro Tag 688 Menschen ihre Heimat verlassen.

In den ersten drei Monaten des Jahres seien etwa 61.000 Menschen vor allem vom Lande in größere Städte geflüchtet. Insbesondere die vor einem Jahr begonnene Offensive des Militärs gegen linke Rebellen unter dem Codenamen "Plan Patriota" habe das Elend der Zivilbevölkerung drastisch verschärft.

Das kolumbianische Militär hat nach eigenen Angaben bei Gefechten im Nordosten des Landes mindestens sieben Rebellen getötet. Es handle sich um Mitglieder der marxistischen "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) und des ideologisch an Kuba ausgerichteten "Nationalen Befreiungsheeres" (ELN), sagte ein Sprecher am Dienstag. Unabhängige Berichte über die drei Gefechte in der Provinz Antioquia gab es nicht.

Die beiden Rebellengruppen kämpfen gemeinsam gegen den von konservativen Gruppen beherrschten Staat. Der im Jahre 2002 gewählte Präsident Alvaro Uribe will die Rebellen militärisch mit Hilfe massiver US-Hilfe niederkämpfen. Ein entscheidender Sieg ist bisher jedoch ausgeblieben. (APA/dpa)

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    Rot-Kreuz-Registrierungsstelle in El Pajarito, Cauca. 3000 Menschen haben allein in den letzten Wochen die umkämpfte Stadt Toribio verlassen.

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