Österreich nicht mehr vertreten

9. Mai 2005, 14:20
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Liu Jia verlor in dritter Runde des Einzels und mit Werner Schlager im Viertelfinale des Mixed: "Ich habe den Ball überhaupt nicht gehört"

Shanghai - Europameisterin Liu Jia hat am Dienstag das unerwartet schwache Abschneiden der Österreicher bei den Tischtennis-Titelkämpfen in Shanghai besiegelt. Die Gewinnerin des Europa-Top-12 und des EM-Titels verlor in der dritten Einzelrunde gegen Krisztina Toth 2:4. Beim Top 12 in Rennes hatte Liu die Ungarin noch mit 4:3 besiegt. Damit sind die Österreicher an den letzten drei WM-Tagen nur noch Zuschauer.

Leistungsmäßiges Wellental

Liu lieferte in diesem Match ein leistungsmäßiges Wellental. Die 23-Jährige geriet rasch mit 0:2 Sätzen in Rückstand, wobei sie in Durchgang zwei allerdings einen Satzball hatte. Ab dem Stand von 6:8 im dritten Satz lief das Spiel der Linzerin jedoch plötzlich wie schon bei der EM wie am Schnürchen. Sie ließ Toth in diesem Satz nur noch einen Punkt und glich im vierten Durchgang mit dem Score von 11:4 aus.

In den letzten beiden Sätzen lief bei Liu aber wieder rein gar nichts zusammen, oft holte sie zu früh zum Schlag aus und verfehlte den Ball. Nachher gab die Oberösterreicherin an, von der Lautstärke in der Halle gestört gewesen zu sein. "Es war so viel Lärm, so viel Unruhe. Ich habe den Ball überhaupt nicht gehört. Aber ich brauche Ruhe, unter solchen Bedingungen kann ich nicht spielen. Jetzt muss ich einmal zur Ruhe kommen."

Ländermatch-Stimmung

Tatsächlich herrschte in der Haupthalle des Shanghai-Gymnasiums wieder den ganzen Tag Ländermatch-Stimmung. Liu hatte zudem das Pech, dass auf den drei Tischen neben dem ihren durchwegs Chinesinnen im Einsatz waren. Die auf den Tribünen mit langen aufblasbaren Plastik-Stangen ausgerüsteten Zuschauer sorgten daher durch das Aneinanderschlagen derselben für Ohren betäubenden Lärm.

Liu hoffte so auf ein frühes Ende der anderen Partien und auf eine lange Dauer ihres Spiels, um in Ruhe den Sieg zu fixieren. "Jetzt bin ich draußen, und kann es noch gar nicht glauben. Dabei war doch mein Ziel, hier gegen eine starke Chinesin zu gewinnen." Für ihren prompten Leistungswechsel hatte Liu keine Erklärung: "Der dritte und vierte Satz, das war mein Spiel. Dann war ich einfach wieder weg. Ich weiß auch nicht, warum."

Aus im Mixed mit Schlager

Schon vorher war Liu mit Werner Schlager im Mixed-Viertelfinale ausgeschieden, gegen die als Nummer zwei gesetzten Chinesen Wang Liqin/Guo Yue gab es ein 0:4. Doch der damit fixierte fünfte Platz war immerhin das beste Ergebnis Österreichs bei diesen Weltmeisterschaften.

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    Österreichs Mixed auf verlorenem Posten.

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