Ein einmal zerstörter Boden ist für immer verloren

5. Mai 2005, 20:07
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Erster Bodenatlas Europas erstellt - als Beitrag zu künftigen Bodenschutzmaßnahmen gedacht

Brüssel - Wie wichtig die Ressource "Boden" ist, wollen EU-Experten aufzeigen: Böden erfüllen eine Vielfalt ökologischer, ökonomischer, sozialer und kultureller Funktionen und sind daher für die Bewahrung der biologischen Vielfalt und für die Unterstützung globaler Ökosysteme lebenswichtig. Aus diesem Grund hat die EU-Kommission den ersten Bodenatlas Europas erstellt, in dem die Gefahren für den Boden beschrieben und erläutert werden und der für seine Vielfalt und seine Bedeutung für das Leben sensibilisieren soll. Der Atlas soll einen Beitrag zu künftigen Bodenschutzmaßnahmen in Europa leisten. Bis Ende 2005 will die EU-Kommission einen Vorschlag für eine thematische Strategie für den Bodenschutz vorlegen.

Einmal zerstörter Boden für immer verloren

Die Experten warnen davor, dass ein einmal zerstörter Boden für immer verloren ist. Erosion, Verunreinigung, schwindender Gehalt an organischen Stoffen, Versiegelung infolge von Faktoren wie Wohnungsbau und Infrastruktur, Erdrutsche und Überschwemmungen tragen zur Schädigung der Ressource bei. Janez Potocnik, Kommissar für Wissenschaft und Forschung, und Stavros Dimas, Kommissar für Umwelt, lancierten den Bodenatlas im Europäischen Parlament während der Informationstage zu den Aktivitäten der gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission. Die beiden Kommissare wollen die Problematik an die Öffentlichkeit bringen und auch die politischen Entscheidungsträger damit ansprechen, um eine explizite europäische Bodenpolitik zu konzipieren. Die EU plant bis Ende 2005 eine Boden-Rahmenrichtlinie zu erlassen.

Komplexe Wechselbeziehungen

Wissenschaftler von Instituten aus mehr als 40 Ländern haben an der Erstellung des Atlas mitgearbeitet. Das Werk enthält Bodenkarten hoher Qualität und leicht verständliche Texte, die durch Fotos ergänzt werden. Es beruht auf dem Europäischen Bodeninformationssystem (EUSIS), das von der Kommission entwickelt wurde und die gesamte EU und die angrenzenden Länder erfasst. Der Atlas soll die komplexen Wechselbeziehungen zwischen den Prozessen der Verschlechterung der Bodenqualität und die Gefahren für die menschliche Gesundheit und Sicherheit durch die Beschreibung und die Kartierung wichtiger Bodenfunktionen veranschaulichen. Darüber hinaus werden auch die Hauptgefahren für den Boden erörtert. (pte)

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