Der Tag der Arbeit ist auch Weltlachtag

1. Mai 2005, 20:33
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Kein Witz. Sonntag ist Weltlachtag. Bereits der achte in Folge. Experten wollen die Heilwirkung publik machen

Wien - Sonntag ist Weltlachtag. Bereits der achte in Folge, wie stets am ersten Sonntag im Mai. Kein Witz. Ehrlich.

Auf die Idee, dem archaisch anmutenden fonetischen Ausdrucksmittel globales Gehör zu verschaffen, verfiel der indische Arzt Madan Kataria erstmals 1998, nachdem er drei Jahre zuvor in Bombay den weltweit ersten Lachklub gegründet hatte. Derartige Einrichtungen sind inzwischen Legion. Auch in Österreich.

Gelotologen, wie Lachforscher lieber genannt werden wollen, schätzen, dass sich mittlerweile mehr als 300.000 Menschen in solchen Klubs regelmäßig abhauen. Nicht über Witze. Vielmehr soll in yogischen Übungen, entwickelt vom indischen Lachguru, das grundlose, in herzhafte Laute gepackte Entzücken der Kindheit wiederentdeckt werden. Loslösen von den Problemen der Gegenwart, Entdeckung seiner selbst, Balsam für die Seele und daher jedenfalls gesundheitsfördernd.

Untersuchungen wollen Heilwirkung beweisen

Dieser letzte Punkt steht auch im Zentrum des Weltlachtags. Zahlreiche Untersuchungen wollen bewiesen haben, dass Lachen gesund ist. Kataria geht sogar den Schritt über die Grenze zur Heilung weiter und behauptet, man könne selbst Krebs weglachen. Traurig, dass er so etwas nötig hat. Immerhin wurde das weltweit erste universitäre Lachlabor bereits 1964 in den USA errichtet. In Stanford. Zunächst von der Scientific Community mitleidig belächelt, hat die Gelotologie inzwischen einiges an seriösen Ergebnissen aufzubieten.

Zum Beispiel fügten Lachforscher Versuchspersonen Schmerzen zu, während diese sich eine Comedy-Serie ansahen. Dabei habe sich herausgestellt, dass man lachend viel später schreit, dass Lachen also die Schmerzgrenze hinaufsetzt. Dies resultiert vielleicht daraus, wie weitere Studien suggerieren, dass durch Lachen weniger Stresshormone, dafür mehr Glückshormone ausgeschüttet werden. Was sich wiederum positiv auf das Immunsystem auswirkt.

Lachen soll Durchblutung fördern

Andere Gelotologen berichten, Lachen fördere die Durchblutung und könne damit wahrscheinlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Auf die Richtigkeit all dieser Erkenntnisse hoffen auch die Cliniclowns, die mit humorvollen Einlagen in Spitälern die Genesung der Patienten unterstützen wollen.

Die menschliche Fähigkeit des Lachens soll im Zuge der Evolution übrigens wesentlich früher entstanden sein als das Sprechvermögen und soll so eines der ältesten Kommunikationsmittel des Menschen sein. Zu diesem Schluss kamen Forscher erst vor vier Wochen. Nachdem sie Ratten gekitzelt hatten, die herzhaft mit 50 Kiloherz lachten. (Andreas Feiertag, DER STANDARD - Printausgabe, 30. April/1.Mai 2005)

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