"Ethische Standards sind Wettbewerbsvorteil"

10. Mai 2005, 10:17
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HP-eigene Abteilung für Geschäftsgrundsätze - Terrian Inhester im STANDARD-Gespräch

Nach den spektakulären Bilanzfälschungen von Enron, Worldcom und Co wurde im Jahr 2002 in den USA der Sarbanes-Oxley-Act verabschiedet. In diesem wurde unter anderem die Verantwortlichkeit von Managern und die Anforderungen an die Richtigkeit von veröffentlichten Finanzdaten erheblich verschärft, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern.

Richtlinien und Mindestanforderungen

Diese und andere gesetzlich vorgeschriebenen Richtlinien und Mindestanforderungen – in der Fachwelt unter dem Begriff Compliance subsumiert – reichten aber nicht aus, das Vertrauen von Anlegern und Kunden und damit den Unternehmenserfolg zu garantieren, sagt Terrian Inhester, Director of Legal Services in Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika des IT-Konzerns Hewlett Packard (HP). Erforderlich dazu seien auch ethische Standards innerhalb des Unternehmens.

"Standards of Business Conduct"

Inhester und ihre weltweit mehrere Hundert Kollegen haben bei dem 140.000 Mitarbeiter zählenden Unternehmen für die Einhaltung der HP-Geschäftsgrundsätze, den "Standards of Business Conduct" zu sorgen. Sie regeln – für alle Mitarbeiter gleich gültig – das Verhalten innerhalb des Unternehmens, als auch gegenüber Kunden, Vertriebspartnern, Lieferanten und Wettbewerbern.

Hoher Stellenwert

"Das Thema Compliance und Ethik geht nicht nur die multinationalen Unternehmen etwas an, sondern sollte auch in einem Land wie Österreich mit seinen vielen Klein-und Mittelunternehmen einen hohen Stellenwert einnehmen", betont Inhester im STANDARD-Gespräch.

Zum einen interessiere auch die österreichische Steuerbehörde, ob die Buchhaltung eines Unternehmens ordnungsgemäß geführt wird. Zum anderen sei es ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Zukunft

"Jede Handlung, die ich als Unternehmen setze, ob positiv oder negativ, entscheidet darüber, wie ich mich in Zukunft entwickle", so Inhester.

Und nicht nur nach außen habe das Einhalten von Regeln und selbst auferlegten ethischen Standards eine positive Signalwirkung. Auch für die Mitarbeiter böten sie die Sicherheit, sich innerhalb eines klar abgesteckten Rahmens bewegen zu können. Unabdingbare Voraussetzung: Transparenz nach außen und innen. (Karin Tzschentke, DER STANDARD Printausgabe, 29. April 2004)

  • Beschäftigt sich mit rechtlichen und ethischen Prinzipien im HP-Konzern: Terrian Inhester.
    foto: standard/heribert corn

    Beschäftigt sich mit rechtlichen und ethischen Prinzipien im HP-Konzern: Terrian Inhester.

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