Öffis verloren Pendler als Kunden

4. Mai 2005, 19:15
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Seit 1991 ist jeder 18. Pendler auf das Auto umgestiegen - VCÖ fordert bessere Bus- und Bahnverbindungen

Wien - Seit 1991 ist die Zahl der Pendler, die mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren, laut einer Studie des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) um 35.000 geschrumpft.

In dieser Zeit hat sich jeder 18. Pendler von den Öffis verabschiedet. Als "dramatisch" wertet der VCÖ die Verluste in Kärnten, Oberösterreich, dem Burgenland und der Steiermark. Im Durchschnitt koste der Umstieg auf das Auto 1.800 Euro im Jahr. Der VCÖ fordert für Pendler mehr und bessere Bus- und Bahnverbindungen.

Nur in Wien und Vorarlberg werden Öffis genützt

Auf Basis von Daten der Statistik Austria hat der VCÖ untersucht, wie sich die Zahl der mit Bus und Bahn fahrenden Pendler in den einzelnen Bundesländern entwickelte. Fazit: Nur in Wien und Vorarlberg fahren seit 1991 mehr Pendler mit Öffis in die Arbeit, in allen anderen Bundesländern deutlich weniger.

In Kärnten würden heute um 36 Prozent weniger Pendler mit Bus oder Bahn zur Arbeit fahren. "Jeder dritte Pendler hat den Öffis dort Adieu gesagt." In Oberösterreich seien 25 Prozent weniger Pendler öffentlich unterwegs, im Burgenland um 19 Prozent und in der Steiermark um 15 Prozent.

Ursachen: Zersiedelung und Angebot

Die Ursachen dafür sieht der VCÖ zum einen in der Zersiedelung und zum anderen in der fehlenden Ausweitung des Angebots: "Wenn Linien eingestellt werden, die Wartezeiten beim Umsteigen zu lange sind und am Abend kein Zug oder Bus mehr fährt, dann treibt man die Pendler zum Pkw."(APA)

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