Fördervertrag unter Dach und Fach

9. Mai 2005, 14:21
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Bund zahlt ein Drittel der Kosten des Stadions Klagenfurt und den "Rückbau" zur Gänze

Klagenfurt - Mit der Unterzeichnung des Fördervertrags zwischen dem Bund und der Stadt Klagenfurt ist am Dienstag ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Realisierung des Klagenfurter Fußball-EM-Stadions erfolgt. Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer (B) und Bürgermeister Harald Scheucher (V) setzten feierlich ihre Unterschriften unter die Vereinbarung.

Diese sieht vor, dass der Bund ein Drittel der Kosten des Basis-Stadions, des Ausbaus zum EM-Stadion, des Ballsportzentrums, sowie ein Drittel der Kosten des Vergabeverfahrens übernimmt. Wie Scheucher bei einem Pressegespräch betonte, habe sich der Bund zudem verpflichtet, auch die Abbruchkosten für das alte Stadion zu einem Drittel mitzuzahlen. Scheucher sprach von einem weiteren "denkwürdigen Tag für Klagenfurt".

Rückbau kostet 6,3 Millionen Euro

Schweitzer meinte in Anspielung auf die Turbulenzen rund um das Vergabeverfahren, gegen das ja nach wie vor Einsprüche laufen: "Was lange währt, wird endlich gut, das trifft auf die Stadt Klagenfurt voll zu." Zum Rückbau des Stadions auf 12.000 Sitzplätze merkte der Staatssekretär an: "Vielleicht spielt ja der FC Kärnten ab 2008 in der obersten Liga, mit einem Großsponsor wie in Salzburg, dann brauchen wir das Stadion nicht zu verkleinern."

Der Rückbau allein wird 6,3 Mio. Euro kosten. Die gedrittelten Kostenpositionen: Das Basis-Stadion kostet 17,3 Mio., der Ausbau auf EM-Größe 27,5 Mio., das Ballsportzentrum ist mit 6,1 Mio. Euro veranschlagt. Dazu kommen die Abbruchkosten für das alte Stadion von knapp einer Mio. Euro, das Vergabeverfahren hat rund 600.000 Euro verschlungen. Die Gesamtkosten ohne Rückbau liegen demnach bei 52,5 Mio. Euro, die Stadt wird also 17,5 Mio. aufbringen müssen. Ein Fördervertrag mit dem Land Kärnten, das ebenfalls 17,5 Mio. dazuzahlt, soll in den kommenden Tagen ausverhandelt werden, kündigte Scheucher an.

"Wir haben schon ein bissl was"

Neben Bürgermeister und Staatssekretär wurde die Vereinbarung auch vom SP-Vizebürgermeister Ewald Wiedenbauer und vom freiheitlichen Stadtrat Christian Scheider, Finanzreferent Walter Zwick und Magistratsdirektor Peter Jost unterfertigt. Auf die Frage, wo die Stadt die vielen Millionen für den Stadionbau hernehmen werde, meinte Zwick lediglich: "Wir haben schon ein bissl was." Sollten auf die Lindwurmstadt Schadenersatzansprüche der unterlegenen Bieter zukommen, muss sie diese übrigens alleine befriedigen. Der Bund werde sich an derartigen Kosten sicher nicht beteiligen, stellte Schweitzer klar: "Wir haben schon genug gezahlt, einmal ist Schluss." (APA)

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    Mit dem am Dienstag unterzeichneten Vertrag wird die Aufteilung der Kosten für das Stadion-Großprojekt geregelt (vorne, von links: Vizebürgermeister Ewald Wiedenhuber, Bürgermeister Harald Scheucher und Sportstaatssekretär Karl Schweitzer; hinten, von links: Magistratsdirektor Peter Jost und die Stadträte Walter Zwick und Christian Scheider.)

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