Chronologie: 15 Jahre Warten

21. Dezember 2005, 12:42
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Eine unendliche Geschichte: Bemühungen um die Besetzung einer Professur für integrative Pädagogik am Institut für Erziehungswissenschaften der Uni Innsbruck

1990 erhielt das Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck von Minister Erhard Busek nach einem Streik für bessere Ressourcen die Zusage für eine Professur für Integrationspädagogik, wenn die Fakultät diese Lehrkanzel an dringlichster Stelle reiht. Obwohl die Lehrkanzel dieser Bedingung entsprach, wurde sie nach laufenden Kriterienänderungen durch die zuständige Fakultätskommission Jahr für Jahr zurückgestellt.

1997 ging Prof. Ilsedore Wieser in Pension, die sich im Rahmen ihres Arbeitsschwerpunktes Schulpädagogik sehr für schulische Integration eingesetzt hatte. Zur Nachbesetzung dieser Stelle beschloss die Institutskonferenz am Institut für Erziehungswissenschaften einstimmig, dass die Professur für „Behindertenpädagogik – Integrative Pädagogik – Psychosoziale Arbeit“ ausgeschrieben werden sollte. Nach verschiedenen Verzögerungen durch das Bundesministerium konnte sich am 14. 1. 2000 die Berufungskommission konstituieren, die in der Folge einen Dreiervorschlag zur Besetzung erstellte. Am 21. 05. 20001 stornierte das Wissenschaftsministerium die Kommissionsarbeit mit der Begründung, dass die Zusammensetzung der Kommission nicht der Wahlordnung der Universität entsprochen hätte. Im Fall der Integrativen Pädagogik wurde nach einem Erlass des Bundesministeriums eine völlige Neuausschreibung angeordnet.

Das neue Verfahren begann am 30.07.2001, ein Dreiervorschlag wurde erstellt. Nach einer externen Evaluation des Institutes 2002 änderte der akademische Senat die Benennung der Lehrkanzel auf „Pädagogik der Integration“. Die Lehrkanzel sollte „mit der Aufgabe in Lehre und Forschung die Probleme einer ‚inklusiven’ Pädagogik sowohl bezogen auf gesellschaftliche Randgruppen und kulturelle Differenz wie auch auf die Beratung und Förderung behinderter Menschen in Theorie und Praxis“ behandeln. Aufgrund der Neubenennung der Lehrkanzel wurde eine Neuausschreibung der Professur angeordnet.

Am 11. 4. 2003 konstituierte sich neuerlich eine Kommission zu der nun neuen Lehrkanzel „Pädagogik der Integration“. Im Ausschreibungstext wurde Folgendes formuliert: „Der Aufgabenbereich umfasst in Forschung und Lehre die Behandlung der „inklusiven“ Pädagogik, sowohl bezogen auf gesellschaftliche Randgruppen und kulturelle Differenzen wie auch auf die Beratung und Förderung behinderter Menschen in Theorie und Praxis. Weiters werden die Betreuung der Studierenden, die Kooperation mit außeruniversitären Institutionen, Initiativen und Projekten sowie die Mitarbeit an der Selbstverwaltung der Universität erwartet.“

Ende Februar 2005 wurde in den Zielvereinbarungen zwischen der Bildungswissenschaftlichen Fakultät (Dekanin Prof. Heidi Möller) und dem Rektor der Universität Innsbruck (Prof. Manfried Gantner) vereinbart, dass die Lehrkanzel „Pädagogik der Integration“ nicht besetzt wird. Es wird als Ersatz die Ausschreibung einer anderen Lehrkanzel in Aussicht gestellt, die keine Orientierung an der Integration behinderter Menschen beinhalten soll.

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