Rekordgasfund in Niederösterreich

9. Mai 2005, 14:01
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Mögliche Reserven von zirka vier Milliarden m3 im Wiener Becken entdeckt - Entspricht Hälfte des heimischen Verbrauchs eines Jahres

Wien - Die OMV, Mitteleuropas führender Öl- und Erdgaskonzern, hat den größten Gasfund im Wiener Becken seit mehr als 20 Jahren getätigt. Die gefundenen möglichen Reserven von zirka 4 Mrd. m3 (25 Mio. boe) sind mehr als das Dreifache der österreichischen Jahresgasproduktion des Unternehmens von 1,25 Mrd. m3 (8 Mio boe) und entsprechen rund der Hälfte des jährlichen heimischen Erdgasverbrauchs von 8,6 Mrd. m3, wie die OMV am Donnerstag bekannt gab.

Der Fund besteht aus zwei getrennten Lagerstätten in einer Tiefe von rund 3.200 und 4.300 Metern. Für die kommenden Monate sind geologische und technische Studien sowie Förderversuche geplant. Weitere Bohrungen zur genauen Erkundung der Lagerstätten sollen 2006 folgen. Mit dem Start der vollen Produktion ist in etwa drei Jahren zu rechnen.

Lebensdauer auf 20 Jahre geschätzt

Laut OMV ist davon auszugehen, dass die tägliche Förderrate in der Größenordnung von 500.000 m3 bis zu 1 Mio. m3 (rund 3.000 bis 6.000 Barrel Öl-Äquivalent pro Tag) liegen wird, die Lebensdauer des Feldes wird auf über 20 Jahre geschätzt.

2004 förderte die OMV im Inland rund 14 Mio. boe Öl und Gas. Die OMV ist mit 780 Mitarbeitern in ihren niederösterreichischen Fördergebieten der größte Arbeitgeber im Weinviertel.

Die nun fündige Explorationsbohrung Strasshof T4 ist der größte Gasfund der OMV seit der Entdeckung des Feldes Höflein im Jahr 1982. Die Bohrung befindet sich rund 20 km nordöstlich von Wien, nördlich der Ortschaft Strasshof. Der Fund liegt in der Nähe des Matzener Feldes, Mitteleuropas größtem zusammenhängenden Ölfeld.

Nach intensiven Vorbereitungen - die ersten Auswertungen seismischer Messungen waren bereits 2003 erfolgt - erreichte die Bohrung eine Tiefe von 4.516 Meter. Die Gasvorkommen wurden in zwei Dolomitkörpern des Beckenuntergrundes bei rund 3.200 Meter und 4.300 Meter nachgewiesen.

Hälfte des österreichischen Jahresbedarf

Die derzeitigen Reservenschätzungen von rund 4 Mrd m3 bzw. 25 Mio boe. entsprechen etwa der Hälfte des jährlichen österreichischen Erdgasverbrauchs von rund 8,6 Mrd m3.

Die OMV hat 2003 und 2004 in Österreich 23 Bohrungen abgeteuft. Insgesamt wurde dabei eine Bohrmeterleistung von 46.000 Metern erreicht. In diesem Zeitraum wurden mehr als 120 Mio. Euro in die Aufsuchung und Gewinnung von Öl und Gas in Österreich investiert.

Ende 2004 verfügte die OMV in Österreich über sichere Öl- und Erdgasreserven von 149 Mio. boe, davon belaufen sich die Erdgasreserven auf 89 Mio. boe (entspricht 14,2 Mrd. m3) und die Rohölreserven auf 60 Mio. bbl (8,5 Mio. t.).

Ziel der OMV ist es, die österreichische Öl- und Gasförderung von jährlich 14 Mio. boe über die nächsten Jahre auf diesem hohen Niveau zu stabilisieren.

E&P-Tätigkeit auf Wiener Becken konzentriert

Die E&P-Tätigkeit der OMV in Österreich konzentriert sich auf das Wiener Becken in NÖ und umfasst eine Fläche von mehr als 5.000 km2. 2004 deckte die OMV mit rund 14 Mio. boe (1,25 Mrd. m3 Erdgas und 900.000 t Rohöl und NGL) heimischer Förderung 10 Prozent des heimischen Bedarfs an Rohöl und 15 Prozent des Erdgasbedarfs ab.

Die OMV produziert rund 90 Prozent des in Österreich geförderten Rohöls und 60 Prozent des heimischen Erdgases. Mit Explorationsausgaben und Investitionen von rund 90 Mio. Euro im Jahr 2005 ist das Unternehmen der größte Investor und Arbeitgeber im Weinviertel.

Erste Bohrungen bereits 1932

Bereits 1932 wurde im Wiener Becken mit der Bohrung Gösting 1 der erste kommerziell nutzbare Ölfund Österreichs erzielt. Am 16.2.1933 wurde das erste Öl per Bahn nach Wien (Shell Raffinerie in Floridsdorf) transportiert. Vor und während des 2. Weltkrieges war entlang des Steinbergbruchgebietes die Haupttätigkeit der Erdölsuche konzentriert.

1949 wurde das größte geschlossene Ölfeld Mitteleuropas, Matzen, entdeckt, dessen Höchstproduktion 1955 bei 3,5 Mio. t (25 Mio. boe) jährlich lag. "Strasshof T4 zeigt, dass mit modernsten Methoden auch über 50 Jahre später noch substanzielle Neufunde im Wiener Becken möglich sind", so die OMV. (APA)

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