Z wie Zegna

14. Oktober 2005, 15:25
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Zur jüngsten und am stärksten trend- orientierten Linie des italienischen Männermodehauses Ermenegildo Zegna gibt es jetzt auch einen Duft

Ein echter Italiener sei das, beteuert Alessandro Sartori, jener 25-jährige Kerl mit den Husky-blauen Augen, der da für den neuen Herrenduft "Z Zegna" so lässig-verwegen auf seiner Ducati Monster sitzt. Jung und eigenwillig, ein Freigeist und Liebhaber schöner und luxuriöser Dinge, so definiert die Eigenwerbung den idealen Träger von "Z Zegna". Der Flakon zeigt sich Hightech-verliebt mit scharf konturierten Formen und einem metallischen Verschluss, die Duftmixtur gibt sich würzig-prägnant, mit spritziger Bergamotte und Rosmarin zum Auftakt, einer zart-floralen Herznote mit würzigen Akzenten und einem sanft-erdigen Abgang mit Kaschmirholz und Patschuli. Neben dem Eau-de-Toilette ist auch After Shave (Lotion und Balm), Duschgel und ein Deostick erhältlich.

Der Zegna-Duft

"Der Z-Zegna-Duft soll ein bisschen wie die Kollektion sein", sagt Alessandro Sartori, Kreativdirektor der jüngsten, trendigsten Linie von Ermenegildo Zegna. Der 38-Jährige absolvierte eine Modeausbildung am renommierten "Istituto Marangoni" in Mailand und startete seine Karriere bei Zegna 1989, als Assistent für "Zegna Sartorial", eine klassisch orientierte, hochwertige Businesslinie.

Dann kam eine kurze "Zegna-Auszeit", während der Sartori drei Jahre lang als Freelance-Designer in Hongkong tätig war. 1993 kehrte er in das italienische Familienunternehmen zurück und kümmerte sich neben der Zegna-Shirt-Linie auch um die Zusammenarbeit zwischen Zegna und Gucci. "Das war eine sehr kreative und produktive Arbeit". 1997 betraute die Familie Zegna den Designer mit der Produktlinie "Zegna Soft", die heute unter dem Namen "Z Zegna" firmiert.

Seit drei Jahren fährt das italienische Label seine Männerkollektion auf zwei Hauptschienen: einer klassischeren und einer jüngeren. "Ermenegildo Zegna Sartorial" ist für den Gentleman gedacht und beinhaltet sowohl Business- als auch Freizeit-Outfits. "Der Kunde dieser Linie ist 50 bis 55 Jahre alt, gut verdienend und mit einer Prädisposition für Luxusprodukte sowie einem großen Bedürfnis nach höchster Qualität ausgestattet", erzählt Sartori. Die Linie wurde nach und nach zu einem Komplettangebot inklusive Schuhen, Gepäck und Accessoires ausgebaut. In diese Schiene gehören auch das Maßanzug-Angebot, die "Zegna Sport"-Linie, die von der Badehose bis zum Jogging-Shirt Kleidung für gemäßigt Sportliche bereithält - und der Duft "Essenza di Zegna".

Die zweite Schiene nennt sich "Z Zegna"

... und ist für eine jüngere, modeorientierte, internationale Klientel konzipiert, die, so Sartori, ein "geistiges Alter" von 30 Jahren hat, körperbewusst ist, ins Gym und zum Shoppen geht, Kosmetik benutzt und gerne reist - und sehr aufs Aussehen und den Look schaut. "Wichtig sind für diese Linie neben der Trendorientiertheit schöne Materialien und ausgefeilte Details, die immer dem Zegna-typischen hohen Qualitätsanspruch entsprechen", sagt Sartori. Auch für diese Klientel gibt es einen Komplett-Look, der neben Bekleidung auch Gürtel, Schuhe, Gepäck, Lederwaren, modisch orientierte Sportswear, Uhren und Schmuck vorsieht.

Für die Z-Zegna-Linie fungiert seit Kurzem - nach Adrien Brody, den Zegna schon verpflichtet hatte, bevor er 2003 den Oscar als bester Hauptdarsteller in Roman Polanskis "Der Pianist" erhielt - der 27-jährige mexikanische Schauspieler Diego Luna ("Y tu mamá también", "Criminal") als Testimonial. "Authentische Persönlichkeiten sind gefragt, die an das glauben, was sie machen und die auch für Werte stehen", sagt Alessandro Sartori.

Werte und Tradition sind im Hause Zegna Begriffe, die hochgehalten werden. Schließlich gibt es das Unternehmen bereits seit fast 100 Jahren. Die Geschichte der Zegna-Gruppe begann 1910, als der knapp 20-jährige Ermenegildo das kleine Familienunternehmen seines Vaters übernahm. Er fokussierte sich auf die Stofffertigung für hochqualitative Männerbekleidung und hatte dabei die damals führenden englischen Betriebe als Vorbild vor Augen.

Mit dem Generationswechsel in den 60er-Jahren

... - Ermenegildos Söhne Aldo und Angelo übernahmen das Ruder - kam die Erweiterung des Angebots. Das Unternehmen, das sich mittlerweile als einer der bedeutendsten Textilproduzenten der Welt etabliert hatte, lancierte eine komplette Herrenbekleidungslinie. In den 80ern wurde die vierte Zegna-Generation ins Firmengeschehen geholt, in Paris eröffnete Zegna die erste Boutique, weitere eigene bzw. in Franchise geführte Shops kamen dazu, u. a. in Mailand, New York, Tokio und Peking. Neben den eigenen Kollektionen fertigt Zegna heute auch für zahlreiche To-Label, etwa die Männerkollektion für Yves Saint Laurent, die Versace-Uomo-Linie und Armani Collezioni.

Und wie designt man in so einem Haus eine trendorientierte Kollektion? "Tradition und Modernität zu vereinen, ist bei Zegna sehr leicht", sagt der Designer Satori, "wir können hier alles selbst machen, im Haus gibt es so viel Expertise, so viele erfahrene Mitarbeiter." So arbeite etwa der Schnittzeichner schon seit 25 Jahren für Zegna. "Diese Handwerkskunst ist sehr stark präsent und und muss nur genutzt werden." (Margit Wiener/Der Standard/rondo/22/04/2005)

Ein Gespräch mit dem "Z Zegna"- Designer Alessandro Sartori über Tradition und Modernität
  • Der neue Herrenduft
    foto: zegna

    Der neue Herrenduft

  • Ein Outfit aus der trendbetonten Linie des italienischen Labels.
    foto: zegna

    Ein Outfit aus der trendbetonten Linie des italienischen Labels.

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