Website liefert Entscheidungshilfe für Parlamentswahl

1. Mai 2005, 18:37
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Unentschlossene können von Fragebogen sich beraten lassen

Wien - Wer keine Zeit oder Lust hat, sich durch die Wahlprogramme, -broschüren oder -zuckerln der Dutzenden Parteien zu ackern, die sich den britischen Wählern am 5. Mai zur Wahl für das Unterhaus stellen, dem wird die Qual der Wahl jetzt zum Online-Fragebogen: Auf der Website www.whoshouldyouvotefor.com sind 23 grundlegende Aussagen zu den verschiedensten Politikbereichen formuliert, zu denen sich der Unentschlossene Wähler per Mausklick zu- oder ablehnend bzw. neutral äußern kann - worauf ihm das System auswertet, welche Partei seine Werte am weitestgehenden repräsentiert.

Die Aussagen reichen von europapolitischen - "Großbritannien sollte den Euro einführen" - über steuerpolitische - "Mindestlöhne sollten über der Inflationsrate erhöht werden" - bis zu Fragen der Begrenzung der Einwanderung, der (Ent)Kriminalisierung von Cannabis und der ultimativen britischen Glaubensfrage, ob die Fuchsjagd wieder erlaubt werden soll.

Überraschungen

Nach erfolgreicher Absolvierung der politischen Meinungserforschung folgt noch ein "Gustostück" der Website: Der User hat die Möglichkeit, anzugeben, welche Partei seiner Meinung nach am ehesten die Seine werden wird. Überraschungen sind vorprogrammiert: Scharen vermeintlicher Labourwähler erkannten sich etwa nach Absolvierung der Seite als lange verkannte Liberaldemokraten wieder.

Paul Lenz, Geschäftsführer der Londoner Marketingagentur Thoughtplay, die die Seite konzipiert hat, will daraus keine politische Relevanz ableiten: "Da es sich um eine bestimmte Gruppe handelt, die interessiert genug ist, diesen Test zu machen, können diese Ergebnisse nicht repräsentativ sein. Was uns interessiert hat, ist die Abweichung zwischen den Erwartungen der Leute und ihren tatsächlichen Ergebnissen."

Die große Mehrheit jener, die sich als Ergebnis Labour erwarteten, "endeten" als Liberaldemokraten. "Das ist kein Zeichen irgendeiner Verzerrung bei der Auswertung", meint Lenz auf der Website, "sondern vielmehr ein klares Zeichen dafür, dass die Libdems sich linke Themen angeeignet haben, seit Labour sich in Richtung Zentrum bewegt." Die Konservativen wiederum verlieren Wähler an die Anti-EU-Partei UKIP. Gewinner sind eindeutig die Marketing-Strategen von Thoughtplay: In den ersten vier Tagen haben sich bereits 150.000 Interessierte dem praktischen Ideologie-Test unterzogen. (APA)

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