OMV legt Angebot für bosnische Energopetrol

2. Mai 2005, 11:23
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Auch ungarisch-kroatisches Konsortium aus MOL und INA will Kontrollpaket erwerben - Bosnische Regierung will Verkauf bis 20. Mai besiegeln

Wien/Sarajevo/Budapest - Die österreichische OMV hat am Montag ein verbindliches Offert für den zur Privatisierung anstehenden bosnischen Tankstellen-Betreiber Energopetrol abgegeben. "Wir haben ein Angebot gelegt, um im Spiel zu bleiben", sagte ein OMV-Sprecher nach Ablauf der Angebotsfrist.

Im Rennen um ein Kontrollpaket an Energopetrol ist außer der OMV auch ein ungarisch-kroatisches Konsortium der Ölkonzerne MOL und INA, wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtet.

Nach inoffiziellen Angaben seien in Sarajevo auch detaillierte Angebote der bulgarischen Prista Oil und der heimischen Euroinzenjering eingelangt, berichtet die kroatische Tageszeitung "Vecernji list" am Dienstag. Die slowenische Petrol und S&A Capital, die zunächst ebenfalls ihr Interesse bekundet hatten, seien hingegen aus dem Rennen ausgeschieden.

Details noch nicht bekannt

Die Details der Angebote sind vorerst nicht bekannt. Energopetrol steht zu 67 Prozent im Eigentum der bosnischen Regierung, die erst zu einem späteren Zeitpunkt über die genaue Größe des zum Verkauf stehenden Aktienpakets entscheiden will. Für den Abschluss der Verkaufsverhandlungen und die Unterzeichnung des Privatisierungsvertrages hat sich die Regierung eine Frist bis 20. Mai gesetzt.

Energopetrol betreibt 65 Tankstellen und hat in Bosnien einen Marktanteil von 15 Prozent. Das Unternehmen verkaufte 2003 rund 124.000 Tonnen Treibstoffe und erzielte damit einem Umsatz von 84 Mio. Euro sowie einen Verlust in Höhe von 1,25 Mio. Euro.

Von wesentlichem Interesse für die Bieter dürften die Pläne der bosnischen Föderationsregierung für die Ölterminals von Energopetrol sein: Die Regierung will die Terminals aus dem Vermögen der Energopetrol ausgliedern und dem neu gegründeten Unternehmen Terminali FBiH einverleiben. Die endgültige Entscheidung darüber werde der Ministerrat in Sarajevo am Donnerstag treffen, schreibt "Vecernji list".

Die ungarische MOL hält an der kroatischen INA eine Sperrminorität, am Bieterkonsortium für die bosnische Energopetrol sind die beiden Konzerne jeweils zur Hälfte beteiligt. Die OMV ist an der MOL mit 10 Prozent beteiligt. (APA)

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