Solaraktien stehen auf der Sonnenseite

15. April 2005, 16:05
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Immer höhere Preise für Rohöl und Gas verstärken die Nachfrage nach erneuerbaren Energien. Analysten sehen gewaltige Wachstumschancen für Solarenergie-Aktien

Wien/Frankfurt - Immer mehr Experten - zuletzt die des Internationalen Währungsfonds - gehen davon aus, dass Öl und Gas in den kommenden Jahren durch die starke Nachfragesteigerung in China, Indien und Südamerika noch deutlich teurer werden dürften. Je teurer diese Energieträger aber werden, desto eher rechnen sich Investitionen in erneuerbare Energiequellen wie Wind und Sonne, aber auch Wasserstoff-Brennstoffzellen. Vor allem Solaraktien legten in den vergangenen Monaten deutlich zu (siehe Charts und Tabelle).

Wenn wir uns den Ölpreis ansehen, wird klar, dass die Solarenergie keine vorübergehende Angelegenheit ist", sagt Olaf Köster, Fondsmanager bei Allianz Dresdner Global Investors in Frankfurt. "Das Wachstumspotenzial auf weltweiter Basis ist gewaltig."

7,5 Prozent Plus seit Ende August

Der von Köster verwaltete Global Sustainability Fund, der in Luxemburg domiziliert ist, setzt unter anderem auf die Solarzellen-Hersteller Solarworld AG und Solon AG für Solartechnik. Seit Ende August hat der 17-Mio.-Euro-Fonds, der in Aktien von nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen investiert, 7,5 Prozent zugelegt.

Der Aktienkurs der Solarworld AG ist seit Anfang März zwar um zwölf Prozent abgesackt, hat sich seit Ende August dennoch verdreifacht. Solon verdoppelten sich während der Rallye, fielen vom Rekordhoch am 18. März jedoch wieder etwas ab. Der hohe Ölpreis und Bedenken wegen der Kohlendioxid-Emissionen, die mit der globalen Erwärmung in Verbindung gebracht werden, haben Österreich wie Deutschland darin bestärkt, alternative Energiequellen zu fördern.

100.000 deutsche Haushalte mit Solarmodulen

Unternehmen und Privatpersonen können Solaranlagen aufstellen und den dadurch gewonnenen Strom an Versorger verkaufen. Die Aktien der wichtigsten Unternehmen wie das der Solarworld AG sollen vor allem von den Förderungen in Deutschland profitieren: Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der deutschen Haushalte mit Solarmodulen um 25 Prozent auf 100.000, gab der Branchenverband UVS bekannt. Regierungsangaben zufolge gab es in Deutschland 2004 insgesamt 39,1 Mio. Haushalte. "Viele Hausbesitzer sind ganz scharf darauf, das zu tun, weil es für sie reinen Gewinn bedeutet", erklärt Theo Kitz, Analyst bei Merck Finck & Co. in München. "Außerdem tut man dadurch etwas für die Umwelt."

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland Solaranlagen mit einer Leistung von 366 Megawatt installiert, mehr als doppelt so viel wie 2003, geht aus Daten des Analyseunternehmens SolarBuzz hervor. Mit einem Megawatt können etwa 1000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Damit zog Deutschland bei den Installationen an Japan und den USA vorbei und ist Marktführer. Für Anleger bedeutet das: Vor allem deutsche Papiere haben beste Chancen. Fonds, die ausschließlich auf Solarenergie oder erneuerbare Energien spezialisiert sind, gibt es noch kaum. Doch immer mehr "normale" Energiefonds steigern den Anteil an Alternativenergie-Aktien. (Bloomberg, mimo, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.4.2005)

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    Sonnenenergie und Windkraft (im Bild eine Anlage in Nordrhein-Westfalen) werden durch die hohen Ölpreise immer attraktiver. Anleger können davon profitieren.

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