Der "Nackerte" und die Bärenhöhle

    12. August 2005, 14:47
    posten

    Der Königsberg im Leithagebirge: Nicht hoch, aber abwechslungs- und aussichtsreich

    Der 286 m hohe Königsberg im östlichen Leithagebirge ist eine eher unscheinbare Erhebung, hat aber gegenüber den benachbarten Gipfeln den Vorteil, fast unbewaldet zu sein und daher eine hübsche Aussicht - vor allem zum Neusiedlersee - zu bieten. Wegen der kahlen Kuppe nennen die Heimischen den Berg "Nackerter", wegen des Blicks suchen sie ihn gerne auf.

    Die in manchen Karten verzeichneten Markierungen gibt es zwar nicht, die richtige Route aber kann man kaum verfehlen, denn ein Teil des Weges verläuft direkt an der Grenze des Truppenübungsplatzes Kaisersteinbruch.

    Offene Gitter und Militär-Sperrgebiet

    Auf der Runde kommt man auch am Ludl-Loch vorbei, das in manchen Publikationen als Bärenhöhle firmiert. Die relativ niedrige Grotte steht als Naturdenkmal unter Schutz. Bei archäologischen Grabungen kamen dort Relikte des Höhlenbären ans Tageslicht, in der Umgebung fand man prähistorische Spuren. Die beiden Eingänge sind mit unversperrten Gittern gesichert.

    Der ebenfalls fast baumfreie Zeilerberg könnte in die Runde einbezogen werden, er liegt aber auf militärischem Sperrgebiet und darf nicht immer betreten werden. Dehnt man die Tour bis zum Hackelsberg aus, quert man ein interessantes Naturschutzgebiet am Rande des Neusiedlersees. Probleme gibt es keine auf der Runde; da der Großteil des Weges unmarkiert ist, empfiehlt sich die Mitnahme der Bundesamtskarte. Besonders abwechslungsreich ist die Tour zur Kirschblüte und im Herbst.

    Die Route:

    Von Breitenbrunn wandert man zur Seeblicksiedlung. Beim Wasserreservoir an der Straße nach Kaisersteinbruch hält man sich rechts, neben den Weingärten geht es ein Stück bergauf, dann wählt man den nach Osten führenden Weg und hält sich bei der ersten Gabel links. Dann ist man am Rand des Truppenübungsplatzes und folgt der Forststraße. Bei einer langen Linkskurve geht es ein Stück nach rechts zum Königsberg. Gehzeit ab Breitenbrunn 1¼ Stunden.

    Zurück zur Forststraße und auf dieser weiter bis zur Straße nach Winden, auf der man - vorbei am Zeilerbrunnen - zum Ludl-Loch kommt. Ab Königsberg ¾ Stunde.

    Weiter bis zu den Weinkellern, dann nach links auf einen Güterweg, der - die Bundesstraße querend - zum Hackelsberg führt. Nach der Geländeschwelle erreicht man den rot markierten Weitwanderweg, schwenkt nach rechts und gelangt über Winden zurück nach Breitenbrunn. Ab Ludl-Loch 1¾ Stunden. (DER STANDARD, Printausgabe vom 2./3.4.2005)

    Von
    Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit 3¾-4 Stunden, Höhenunterschied ca. 200 m. Gaststätten/Heurige in Winden u. Breitenbrunn. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Bl. 78 (Rust); Freytag & Berndt Wanderatlas Wienerwald
    • Artikelbild
      grafik: der standard
    Share if you care.