Urteil im Münchner Neonazi-Prozess

7. April 2005, 19:50
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"Kameradschaft Süd" um Martin Wiese plante Anschlag auf das neue Jüdische Zentrum: Bewährungsstrafen verhängt

München - Wegen eines geplanten Bombenanschlags auf das neue Münchner Jüdische Zentrum sind am Dienstag fünf Neonazis zu Bewährungsstrafen zwischen einem Jahr und vier Monaten sowie einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden. Dieses Urteil verkündete das Bayerische Oberste Landesgericht nach sechsmonatigem Prozess in München.

Nach Auffassung der Bundesanwaltschaft gehörten vier von ihnen dem inneren Führungszirkel der von Wiese geleiteten "Kameradschaft Süd" an, der fünfte Angeklagte aus Brandenburg unterstützte die Gruppe. Ziel des inneren Zirkels war laut Bundesanwaltschaft ein Regime nach nationalsozialistischem Vorbild.

Angeklagte gestanden Anschlagspläne

Die so genannte Schutzgruppe operierte konspirativ mit Decknamen und Codes. Der Angeklagte Andreas J. wurde wegen illegaler Beschaffung von Sprengstoff und Waffenbesitzes verurteilt. Die Beschuldigten räumten vor Gericht die Anschlagspläne ein, wiesen aber den Terrorvorwurf zurück.

Bei dem Prozess ging es um einen geplanten Bombenanschlag der rechtsextremistischen "Kameradschaft Süd" auf die Grundsteinlegung für das Jüdische Zentrum am 9. November 2003. Dabei sollen sie den Tod von Menschen in Kauf genommen haben. Die Polizei konnte den Anschlag verhindern. Gegen den mutmaßlichen Rädelsführer Martin Wiese läuft ein Parallelverfahren. Wann das Urteil gegen ihn gesprochen wird, ist noch offen (APA/AP)

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    Martin Wiese (rechts) und sein Komplize Karl-Heinz Statzberger freuen sich über das milde Urteil.

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