Im Namen der Globulisierung

6. Juni 2006, 19:06
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Ein ABC der homöopathischen Fachbegriffe

Allopathie: Gegenbegriff zur Homöopathie, der schon von S. Hahnemann geprägt wurde. Wörtlich bedeutet es "Heilung durch anderes" (im Gegensatz zum Gleichen / Homöo-)

Antidotierung: Unabsichtliche Aufhebung / Schwächung der Wirkung eines homöopathischen Arzneimittels durch unverträgliche andere Substanzen (z.B: Kaffee); oder absichtlich durch ein anderes homöopathisches Mittel, wenn die Wirkung unterbrochen werden soll.

Globuli: So werden die Streukügelchen aus reinem Zucker genannt, die meist als Träger der homöopathischen Arzneimittel dienen.

Hering'sche Regel: Die Beobachtung, dass ein Heilungsprozess von innen nach außen, von wichtigen zu weniger wichtigen Organen, von oben nach unten und in der chronologischen Folge rückwärts läuft. Die kurzfristige Wiederkehr alter Symptome wird ebenso als Zeichen eines erwünschten Heilungsprozesses gewertet wie die Verschiebung der Symptomatik in den genannten Richtungen.

Isopathie: Heilweise von "Gleichem mit Gleichem"; etwa wenn gegen Tuberkolose die Nosode Tuberculinum gegeben wird.

Kent, James Taylor (1849-1916): Der einflussreichste Homöopath; von ihm stammt das wichtigste Repertorium der homöopathischen Arzneimittel, wie auch die am häufigsten verwendeten Potenzreihe: C 30, C 200, C 1000, C 10.000.

Klassische Homöopathie: Homöopathie, die sich genau an die von S. Hahnemann aufgestellten Gesetze und Regeln der Therapie hält.

Modalitäten: Begleitumstände, unter welchen ein Symptom auftritt.

Nosoden: Homöopathische Arzneimittel, die aus Krankheitserregern gewonnen werden.

Placebo (lat: ich werde gefallen): Begriff für Scheinarznei. Der Homöopathie wird häufig vorgeworfen, sie beruhe auf Placebowirkung.

Polycreste (griech.: viel gebraucht): Diejenigen Arzneimittel in der Homöopathie, die von den meisten Praktizierenden ständig verwendet werden: Sulfur, Pulsatilla, Sepia und andere.

Potenzierung: Begriff, den Hahnemann ab 1827 für die Herstellung homöopathischer Arzneien benutzte. Wird pro Verschüttelung im Verhältnis 1:10 verdünnt, spricht man von einer D-Potenz, 1:100 von einer C-Potenz, 1:50.000 von einer Q-oder LM-Potenz.

Simillium: Das ähnlichst mögliche Arzneimittel für einen bestimmten Menschen.

Unterdrückung: Symptome zu behandeln, ohne die Krankheit auszuheilen.

Urtinktur: Ausgangssubstanz, von welcher aus die homöopathischen Arzneimittel verschüttelt werden, die Potenz null. (mia/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2. 4./3. 4. 2005)
Quelle: Jörg Wichmann, "Die andere Wirklichkeit der Homöopathie"
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