Investkredit will trotz starker Expansion Finanzkraft halten

15. April 2005, 16:07
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6,5 Prozent Kernkapitalquote wäre "Schmerzgrenze" - Keine Sorgen über Kippen des Cross-Border-Leasings durch US-Regierung

Wien - Die Investkredit-Gruppe fährt ein massives Wachstumsprogramm. In der Unternehmensfinanzierung (Investkredit Bank AG) soll in den nächsten drei Jahren die Bilanzsumme um 1 Mrd. Euro pro Jahr zulegen. Im Aufsichtsrat gestern wurde die Gründung eines Büros auch in Bukarest gebilligt. Geschäftsexpansion um 1 Mrd. Euro pro Jahr - ebenfalls bis 2007 - ist auch bei der Kommunalkredit geplant. Hier ist nun ihre neue "Osteuropa-Bank" mit der Dexia Gruppe an den Start gegangen. Im Immobilienbereich (Europolis) soll bis 2009 der Marktwert von 900 Millionen auf 2 Mrd. Euro wachsen. Hier stößt man gerade in neue Länder vor. Als neue Hoffnungsmärkte gelten bei Immo-Investments Kroatien oder die Ukraine.

Trotz des Volumenswachstums will die Investkredit-Gruppe ihre - zuletzt relativ rückläufige - Finanzkraft im wesentlichen halten und in der Folge wieder steigern, wie Vorstandsdirektor Klaus Gugglberger am Freitag signalisierte.

Kernkapitalquote auf 6,8 Prozent gesunken

Im Jahr 2004 war das Kernkapital von 535 auf 576 Mio. Euro gestiegen, die Kernkapitalquote ist aber von 7,9 auf 6,8 Prozent gesunken, weil das Geschäft der Gruppe hoch zweistellig zugelegt hat.

"Wir fühlen uns damit nicht unwohl, als es uns zu eng geworden wäre", so Gugglberger. Freilich will man bald wieder einmal über 7 Prozent kommen. 6,5 Prozent wären die "Schmerzgrenze, die wir aber auch heuer nicht unterschreiten werden", so der Vorstand. "Auch bei weiterhin starkem Wachstum nicht". Man werde 2005 "sicher über 6,5 Prozent" liegen. Wie berichtet musste im Vorjahr nach Debatten mit einigen (zum Teil ehemaligen) Großaktionären eine Kapitalerhöhung abgesagt werden.

Einen Konzernumbau hat die Tochter Kommunalkredit hinter sich. Das Osteuropa-Geschäft wurde in eine neue eigene Osteuropa-Bank ausgelagert, an der die französische Partnergruppe Dexia mit knapp 51 Prozent die Mehrheit hält, die Minderheit hält die Investkredit.

"Kraftvolle Kooperation" mit Dexia

Der Investkredit-Vorstand spricht von einer kraftvollen Kooperation im Bereich Kommunalfinanzierungen mit dem europäischen Marktführer Dexia am Bankplatz Wien. Vor einem Jahr nämlich wäre die Alternative gewesen, dass Dexia selber sein eigenes Osteuropa-Geschäft aufzieht.

Keine Bange haben die Kommunalkredit-Aufsichtsorgane, dass ihnen ein Risiko daraus erwächst, dass die US-Regierung gerade das Cross-Border-Leasing kippt und allenfalls sogar in bestehende Verträge eingegriffen würde. Man habe sich nach bestem Wissen und Gewissen vergewissert, "dass alle Transaktionen, die von der Kommunalkredit mitbetreut wurden, unanfechtbar sind", erklärte heute Investkredit-Vorstand Wilfried Stadler. (APA)

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    derstandard.at/lewkowicz
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