Liberale wollen Austrittsrecht aus der Hochschülerschaft

18. Mai 2005, 19:07
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Weitere Forderungen: Ganzjährige Studienmöglichkeit und Studiendarlehen "ohne Risiko"

Wien - Mit der Forderung nach einem Austrittsrecht für Studenten aus der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH), nach ganzjährigen Studienmöglichkeiten und Studiendarlehen, die erst bei Überschreiten eines bestimmten Jahresgehalts zurückgezahlt werden müssen, geht das Liberale StudentInnen Forum (LSF) in die ÖH-Wahlen von 31. Mai bis 2. Juni. Wahlziel ist ein Stimmenzuwachs gegenüber der letzten Wahl 2003, bei der rund 1.900 Studenten das LSF ankreuzten und damit einen LSF-Mandatar in die 45 Sitze umfassende ÖH-Bundesvertretung wählten. Als Spitzenkandidat wird der 26-jährige Koch und Politikwissenschafts-Student Martin Ehrenhauser ins Rennen geschickt.

Ehrenhauser will in der ÖH mehr Servicequalität etablieren und "Kundendenken statt parteipolitisches Geplänkel" in den Mittelpunkt stellen. Professionelles Lobbying heiße "sicher nicht, dass man die beschimpft, von denen man ständig Geld fordert". Das Studienjahr wollen die Liberalen auf vier durchgehende Quartale statt zwei Semester mit Ferien dazwischen aufteilen. Dadurch könne man die Infrastruktur besser nutzen und eine individuell bessere Ferieneinteilung erreichen - möglich wären damit also nicht nur drei Monate Ferien im Sommer, sondern auch in den anderen Jahreszeiten. Wer dies wolle, könne auch durchstudieren und dafür weniger Lehrveranstaltungen pro Quartal besuchen.

Die ÖH will Ehrenhauser ähnlich wie den ÖGB als Verein organisieren, der etwa sein Wahlrecht selbst bestimmen kann. Gleichzeitig solle zwar die automatische Mitgliedschaft der Studenten in der ÖH bestehen bleiben, diese sollten aber ein Austrittsrecht bekommen. Im Stipendienbereich wollen die Liberalen die "Lücken" vor allem für den Mittelstand schließen. Dazu soll es staatlich zinsgestützte Darlehen für alle Studenten geben, die erst ab Überschreiten eines Jahresgehalts von 15.000 Euro zurückgezahlt werden müssen. Der Staat übernehme dafür eine Bürgschaft bei den Banken.

Zugangsbeschränkungen an den Unis lehnen die Liberalen zwar grundsätzlich ab - wenn aber eine Selektion stattfinden müsse, dürfe dies nicht nach sozialen Kriterien passieren, so Ehrenhauser. Bester Weg dazu wäre eine leistungsorientierte Auswahl während des Studiums, meinte LSF-Bundessprecher Florian Schweitzer. Bei den Wahlen kandidieren die Liberalen an mindestens zehn Unis und schließen sich voraussichtlich zu einem Listenverband zusammen. Das neue Wahlrecht sieht Schweitzer aus zwei Blickwinkeln. Einerseits sei es nun leichter, in die Bundesvertretung zu kommen - andererseits sei es "undemokratisch". (APA)

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