Riesiger Schädel eines Wolfs gefunden, der vor 32.000 Jahren lebte

    Video14. Juni 2019, 17:23
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    Permafrostboden hat den einzigartigen Fund nahezu perfekt konserviert

    Mit 40 Zentimetern Länge übertrifft der eiszeitliche Wolfsschädel die Kopfgröße heute lebender Wölfe deutlich.

    Jakutsk – In den tauenden Permafrostböden Sibiriens wurden in den vergangenen Jahren immer wieder sensationelle Funde gemacht. Wegen der Erderwärmung schmilzt der Permafrost in Teilen Russlands und gibt gut erhaltene Fossilien frei, vor allem von Mammuts.

    Bereits im August des Vorjahrs hat Pawel Jefimow, ein Bewohner der Provinz Jakutien im Nordosten Russlands, einen weiteren erstaunlichen Fund gemacht: Er entdeckte am Ufer des Flusses Tirechtjach nahe dem Polarkreis einen mit dichtem Haar bedeckten Schädel eines eiszeitlichen Wolfes, der anschließend der Akademie der Wissenschaften von Jakutien übergeben wurde

    Der augenlose Kopf des eiszeitlichen Wolfs ist etwa 40 Zentimeter lang und damit deutlich größer als der heute lebender Wölfe. Gewebeproben wurden an russische, japanische und schwedische Forscher geschickt. Nun liegen die ersten Ergebnisse vor.

    Gut erhaltene Weichteile

    Wie die Akademie der Wissenschaften verlautbarte, sei dies der weltweit einzige vollständig erhalten gebliebene Kopf eines pleistozänen Wolfs samt Weichgewebe, Zähnen und Gehirn. Der Fund sei von großem Interesse für die Wissenschaft, sagte der Paläontologe Albert Protopopow. "Wir vergleichen ihn mit modernen Wölfen, um zu verstehen, wie sich die Art entwickelt hat, und um ihr Aussehen zu rekonstruieren." Die DNA des Tieres werde nun mit Experten aus Schweden untersucht.

    cgtn

    Der Schädel soll außerdem einer Plastination unterzogen werden. Bei dieser Technik, die vom deutschen Anatomen Gunther von Hagens entwickelt wurde, werden Wasser und Fett durch Kunststoffe ersetzt, die Fäulnis verhindern und das Gewebe für wissenschaftliche Zwecke schonen.

    Vermutlich starb das Tier im Alter von zwei bis vier Jahren – woran genau, ist noch unklar. Die Forscher wollen in den weiteren Untersuchungen jedenfalls auch noch eruieren, ob der Kopf möglicherweise mit einer Axt abgetrennt worden ist. (red, 14.6.2019)

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