"Watch Dogs: Legion" angespielt: Hacken und Watschen verteilen als Oma

    14. Juni 2019, 10:30
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    Das Hacker-Adventure im futuristischen London nach dem Brexit ist ein klares Highlight der Games-Messe

    London in der nahen Zukunft nach dem Brexit. Der technische Fortschritt hat Millionen Menschen arbeitslos gemacht, die westliche Gesellschaft steht vor dem Kollaps. Misstrauen, Angst und Unsicherheit plagen die Bewohner. Ein autoritäres Regime hat übernommen und geht rigoros gegen Aufständische vor. Hoffnungsträger ist ein Kollektiv namens Deadsec, das sich dem System widersetzt.

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    Durchwachsene Serie

    Dies sind die Rahmenbedingungen von Watch Dogs: Legion, dem dritten Teil des Open-World-Action-Adventures von Ubisoft. Die futuristische Serie konnte bislang nicht wirklich durchstarten. Der erste Teil blieb spielerisch unter den Erwartungen, und Watch Dogs 2 konnte trotz hoher Qualität nicht genug Aufmerksamkeit erzeugen. Legion soll nun gänzlich überzeugen, vor allem mit technischer Innovation.

    Weit vernetzte Welt

    Bei dem Game ist es nämlich möglich, jeden NPC für Deadsec zu gewinnen, sodass man die Spielfigur steuern kann – so was hat es bislang nicht gegeben. Die Aktionen im Game haben außerdem Folgen für die Spielwelt. Tötet man bei einer Mission jemanden, werden sich die Verwandten des Opfers Deadsec wohl eher nicht anschließen. Wird ein Mitglied der Organisation getötet, ist dieses außerdem verloren und nicht mehr spielbar.

    Jahre in Entwicklung

    DER STANDARD konnte bei der E3 einen ersten Blick auf Watch Dogs: Legion werfen. Das Game soll bereits Jahre in Entwicklung sein und am 6. März 2020 erscheinen. Bei dem einstündigen Kurztest wirkte das Spiel trotz aufwendiger technischer Rahmenbedingungen hinsichtlich der Entwicklung bereits weit fortgeschritten. Auch das fiktive London gefiel.

    80-jährige Ex-Agentin

    Gespielt wurde als circa 80-jährige Ex-Agentin, die als Hackerin für Deadsec im Einsatz ist. Neben der Computerspezialistin gibt es bei dem Game zwei weitere Klassen, und zwar Enforcer und Infiltrator. Alle drei haben Spezialfähigkeiten, die im Kampf gewisse Vorteile mit sich bringen. Die Spielfiguren können außerdem Perks freischalten, die eine zusätzliche Spezialisierung mit sich bringt.

    Komm, schließ dich an

    Als in die Jahre gekommene Frau musste bei der Demo nun ein neues Mitglied für Deadsec rekrutiert werden. Sämtliche Bewohner der Stadt stehen der Bewegung mehr oder weniger positiv entgegen. Als Spieler kann man Einsicht in das Leben eines Ziels gewinnen und so Einfluss ausbauen. Hat man den Bewohner überzeugt, ist eine Mission spielbar, um den Menschen für Deadsec zu gewinnen. Im Fall des ausgewählten Ziels war die Löschung eines bewachten Datensatzes notwendig.

    Schleichen, hacken und abwatschen

    Der Hersteller will hierbei Spielern die Wahl geben, wie die Aufgabe erledigt wird. Entweder mit brachialer Schussgewalt oder im Fall der 80-jährigen Hackerin mit Geduld und einem Spinnenroboter. Dieser kann Gegner schocken und Systeme kurzschließen. Überwachungskameras oder Drohnen können ferner für den eigenen Zweck gehackt werden. Und geht wie im Kurztest alles schief, kann man immer noch Watschen oder Kugeln verteilen.

    Ein Hoch auf die Jugend

    Nach erfolgreicher Rekrutierung konnte dann auch noch eine der rund 60 Missionen der fünf Storylines gespielt werden. Hier war es möglich, schnell den Charakter zu wechseln, um auf die Gegebenheiten zu reagieren. Ein 30-jähriger Hipster mit Faible für Waffen spielt sich dann doch etwas anders als eine rüstige Frau mit IT-Spezialwissen. Ist man zuvor noch behäbig umhergeschlichen, kann man mit dem Jüngling sprinten, herumspringen und Gegner schwindlig schießen.

    "Technische Magie"

    Laut Ubisoft soll es einen Onlinemodus geben. Wie dieser aussieht, wurde nicht verraten. Der Hersteller will sich nun gänzlich auf den Release fokussieren. Genug Arbeit setzt das innovative Konzept wohl durchaus voraus, wobei man auf "technische Magie" setzt, wie ein führender Entwickler gegenüber dem STANDARD augenzwinkernd anmerkte. Das Londoner Zentrum muss außerdem noch vermessen werden. Das beim Kurztest gezeigte Westminster und Camden Market machten einen originalgetreuen Eindruck.

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    Ausblick

    Watch Dogs: Legion ist ein vielversprechendes Action-Adventure, das vor allem mit einem innovativen Spielkonzept punkten kann. Jeden NPC bei einem Open-World-Game übernehmen, das hat es noch nicht gegeben. Beim ersten Kurztest zeigte das Spiel viel Potenzial. Das Gameplay machte einen guten Ersteindruck, und auch die Spielwelt konnte imponieren. Sollte Ubisoft auch eine ordentliche Story hinbekommen, könnte Watch Dogs: Legion ein deutliches Spielehighlight 2020 werden. (Daniel Koller aus Los Angeles, 14.6.2019)

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Richtlinien: Die Reise zur E3 erfolgte auf Einladung des Österreichischen Verbands für Unterhaltungssoftware.

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