Springer-Chef gegen "Masken" und "fake accounts" im Internet

    13. Juni 2019, 11:42
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    Mathias Döpfner fordert bessere Identifikationssysteme auf Online-Plattformen

    Axel Springer-Chef Mathias Döpfner plädiert im Kampf gegen Hasstiraden im Internet für weniger Geheimniskrämerei. Online-Plattformen müssten bessere Identifikationssysteme aufbauen, damit klar sei, wer im Netz unterwegs sei, sagte Döpfner am Donnerstag auf der Digital- und Startup-Konferenz Noah in Berlin. "Wir erlauben in Deutschland keine Masken bei Demonstrationen auf der Straße. Warum erlauben wir Masken in den sozialen Medien?" Es sollte deshalb weiter entwickelte Identifikationssystem geben – "und keine fake accounts mehr". Große Onlineplattformen wie Facebook müssten auch schnell herausfinden, wenn jemand etwas Illegales veröffentlicht habe.

    Plattformen sollen neutral sein

    Die Plattformen sollten am besten neutral sein, forderte Döpfner. Ihnen mehr Verantwortung für Inhalte zu geben, sei eine ambivalente Debatte. Denn die Online-Portale dürften nicht darüber wachen, was gelesen werden sollte und was nicht. Denn dann würden sie letztlich zu "supermächtigen Weltmonopolen", die für die Entscheidung zum Veröffentlichen und den Vertrieb von Inhalten zuständig wären. "Das darf nicht der Fall sein. Sonst müssten solche Plattformen zerschlagen werden", betonte Döpfner. Im schwierigen Geben-und-Nehmen zwischen Anbietern von Inhalten wie Springer und Plattformen wie Facebook und Google sei es wichtig, dass die Inhalte-Produzenten an den Umsätzen beteiligt würden und weiter Zugang zu ihren Kunden hätten.

    Springer gilt unter den Medienhäusern als ein Vorreiter der Digitalisierung und in der Frage, wie man im Internet trotz der Umsonst-Kultur mit Inhalten Geld verdienen kann. Um hier und bei digitalen Stellenanzeigen stärker zu wachsen, soll der US-Finanzinvestor KKR bei dem Berliner Herausgeber von "Bild" und "Welt" mit mindestens 20 Prozent einsteigen. (Reuters, 13.6.2019)

    • Mathias Döpfner 2018 bei einer Veranstaltung in Wien
      apa/hans punz

      Mathias Döpfner 2018 bei einer Veranstaltung in Wien

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