Huaweis neues Matebook abgesagt, Laptop-Produktion eingestellt

    13. Juni 2019, 08:41
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    Der US-Handelsbann zeigt nachhaltige Auswirkungen auf die Notebook-Sparte des Unternehmens

    Die Diskussion über die Auswirkungen des US-Handelsbanns auf Huawei dreht sich üblicherweise vor allem um zwei Themen: Smartphones und 5G-Netzwerkausrüstung. Doch es gibt auch noch andere Hardwaresparten des Unternehmens, und diese trifft die Strafmaßnahme offenbar voll.

    Kein neues Matebook

    Gegenüber CNBC bestätigt Richard Yu, Chef der Consumer-Sparte bei Huawei, dass die neueste Generation des eigenen Matebook vorerst nicht auf den Markt kommen soll. Dessen Präsentation hätte eigentlich in den kommenden Tagen erfolgen sollen, nun wurde dieser Schritt aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Angesichts der Entwicklungen der vergangenen Wochen kommt dieser Schritt nicht ganz überraschend. Immerhin untersagt der Handelsbann auch die Kooperation mit zwei Unternehmen, die Huawei für neue Laptops dringend benötigt: Intel und Microsoft, die zentrale Hard- und Software für die Geräte liefern.

    Yu lässt dabei offen, ob das Matebook überhaupt je auf den Markt kommt. Dies hänge schlicht davon ab, wie lange Huawei noch auf der schwarzen Liste des US-Handelsministeriums steht. Interessanterweise widerspricht Yu damit chinesischen Staatsmedien, die erst unlängst berichteten, dass Huawei weiter neue Laptops auf den Markt bringen wird – und zwar samt Windows. Die Frage, wie das angesichts des Verbots einer Zusammenarbeit mit Microsoft funktionieren soll, ließ man dabei unbeantwortet.

    Pausiert

    Die direkten Auswirkungen des Banns dürften sich aber nicht auf ein Laptop-Modell beschränken. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge hat Huawei mittlerweile die Notebook-Fertigung vorübergehend eingestellt. Mit einer Wiederaufnahme sei erst nach Lösung des Konflikts zu rechnen – falls es zu einer solchen kommt.

    Smartphones

    Das neue Matebook ist nicht das erste Huawei-Gerät, das von dem Handelsbann voll getroffen wird. So ist etwa derzeit noch nicht klar, ob das Honor 20 Pro je auf den Markt kommt. Huawei-Vertreter hatten am Rande der Präsentation des Geräts zunächst behauptet, dass dieses nicht mehr rechtzeitig die Android-Lizenz von Google erhalten hat. Anschließend war dann aber wieder Gegenteilige zu hören, insofern gilt es hier noch abzuwarten. Deutlich schlechter sieht es für das faltbare Smartphone Mate X aus, dieses darf zumindest mit offiziellem Google-Android vorerst nicht ausgeliefert werden. (apo, 13.6.2019)

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      foto: huawei
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