Fundraising-Verband ortet Aufholbedarf im privaten Kultursponsoring

    12. Juni 2019, 11:27
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    Nur zwei Prozent der Spenden entfallen hierzulande auf die Bereiche Kunst und Kultur

    Wien – Aufholbedarf ortet der heimische Fundraising-Verband beim privaten Kultursponsoring in Österreich. Von 675 Millionen Euro, die im Vorjahr hierzulande gespendet wurden, entfielen rund 15 Millionen Euro und damit etwas mehr als zwei Prozent auf die Bereiche Kunst und Kultur. In anderen Ländern sei der Anteil um einiges höher, was man auch auf eine bessere Steuerabsetzbarkeit der Spenden zurückführt.

    Die Erweiterung der steuerlichen Absetzbarkeit im Jahr 2016 habe zwar zu einem Anstieg der Spenden für Kunst und Kultur geführt. Dennoch gebe es einer Aussendung des Fundraising-Verbands Austria zufolge noch immer Nachteile für dieses Segment, müssten Kultureinrichtungen doch höhere Auflagen erfüllen als andere gemeinnützige Organisationen. "Dass die Spendenabsetzbarkeit für Kultureinrichtungen noch immer an eine bestehende Bundes- oder Landesförderung gebunden ist, stellt eine wesentliche bürokratische Hürde dar, die privates Engagement ganz offensichtlich hemmt", wird Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Verbands, zitiert.

    15 Millionen mehr möglich

    Einer im Auftrag des Verbands durchgeführten Studie zufolge wären sechs Prozent der Österreich daran interessiert, für Kunst und Kultur zu spenden. Als marginal werden darin die Steuerausfälle "bei Abschaffung der Sonderbeschränkung für Kulturspenden" bezeichnet, andererseits könnten Kunst- und Kultureinrichtungen zusätzliche Spendengelder in der Größenordnung von zehn bis 15 Millionen Euro lukrieren. Man verwies diesbezüglich auf die Bereiche Wissenschaft, Forschung und Hochschulen, die zuletzt durch erfolgreiche Fundraising-Strategien und Kofinanzierungsmodelle 90 Millionen Euro an Spenden einnehmen konnten.

    Am heutigen Mittwoch findet in Wien eine vom Fundraising-Verband ausgerichtete Fachtagung für Kulturfundraising und -sponsoring statt. Experten wie Matteo Plachesi vom Design Museum London oder Matthias Schloderer von der Bayerischen Staatsoper werden dabei über Strategien, Methoden und Modelle für erfolgreiches Kulturfundraising sprechen. (APA, 12.6.2019)

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