Pixel 4 soll Mini-Radar zur Gestenerkennung bekommen

    12. Juni 2019, 09:42
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    Zahlreiche neue Sensoren sollen zudem Face-ID-ähnliches System und automatischen Weißabgleich des Display ermöglichen

    Es scheint wieder Leak-Saison für Google-Geräte zu sein: Nachdem vor kurzem CAD-Modelle aufgetaucht sind, die einen ersten Blick auf die Form des Pixel 4 gestatten, gibt es nun erstmals konkrete Details zur Hardwareausstattung. Und diese zeigen, dass der Android-Hersteller für die neue Hardwaregeneration größere Änderungen plant.

    Soli ist zurück

    Google will das Pixel 4 mit einem Mini-Radar ausstatten, berichtet 9to5Google. Entsprechende Hardware hat das Unternehmen bereits erstmals auf der Google I/O 2015 vorgezeigt, nun soll man das ganze aber zur Produktreife weiterenwickelt haben. Damals lieferte das Unternehmen auch Beispiele dafür, was sich mit dieser Technologie anstellen lässt: So wären etwa über dem Gerät ausgeführte Gesten zur Steuerung denkbar. Auf der I/O 2016 gab es dann einen smarten Lautsprecher zu sehen, bei dem die Wiedergabe mit einer Handbewegung gestoppt werden konnte, aber selbst die Steuerung von User-Interface-Elementen wurde demonstriert.

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    Der Status von Project Soli im Jahr 2016.

    Während der Bericht von 9to5Google zunächst recht vage blieb, lieferte XDA Developers nur kurz danach weitere Informationen. Wie sich herausstellt, sind in den aktuellen Testversionen von Android 10 bereits Spuren auf genau so ein System zu finden, das Google "Aware" nennt. Dabei werden etwa Gesten für Stummschalten oder auch das Vorrücken auf nächste Lieder oder andere Inhalte erwähnt. All das setzt dem Code zufolge Hardware voraus, die in aktuellen Smartphones noch nicht vorhanden ist – dabei könnte es sich also um einen Soli-Sensor für das Pixel 4 handeln.

    Viele neue Sensoren

    Parallel dazu verdichten sich die Informationen, dass Google tatsächlich an einem Face-ID-ähnlichen System handelt. So behauptet Lewis Hilsenteger vom Youtube-Kanal Unbox Therapy ebenfalls neue Details zum Pixel 4 erhalten zu haben. Demnach soll dieses an der Vorderseite nicht weniger als fünf Kameras und Sensoren aufweisen, um sichere Gesichtserkennung zu ermöglichen. Der damit einhergehende Platzverbrauch führe auch dazu, dass Pixel 4 zwar keinen Notch mehr aufweise aber einen merklichen Rand über dem Display, wo all die Sensoren untergebracht sind. Hilsenteger untermauert sein Wissen damit, dass er offenbar im Besitz von zwei Designformen für Pixel 4 und Pixel 4 XL ist, die für Hüllenhersteller gedacht sind, und äußerlich stark den kurz zuvor veröffentlichten Renderings von Onleaks entsprechen.

    Weißabgleich

    Diesen Kamera- und Sensorenaufbau will Google angeblich aber nicht bloß für Gesichtserkennung nutzen. Laut einem weiteren Bericht von XDA Developers arbeitet das Unternehmen auch an einer automatischen Anpassung des Weißabgleichs an die Umgebung, wie ihn Apple unter dem Namen "True Tone" schon seit einiger Zeit einsetzt. Im Android-Bereich haben sich hingegen bisher nur wenige Hersteller wie LG und OnePlus daran versucht – mit wechselndem Erfolg. Die Idee dahinter: Die Wahrnehmung der Display-Farben hängt immer auch vom Umfeld ab, unter warmen Licht wirkt ein Smartphone schnell mal zu "kalt". Auch hier gibt es bereits versteckte Funktionen in aktuellen Android-10-Testversionen, die sich aber aufgrund mangelnder Hardware noch nicht nutzen lassen. (apo, 12.6.2019)

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      grafik: google
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