Österreich gewinnt turbulentes Match in Nordmazedonien

    Video10. Juni 2019, 22:34
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    Das ÖFB-Team ließ vor allem in der Chancenauswertung aus. Arnautovic traf doppelt

    Die EM 2020 bleibt für Österreich nach dem zweiten Sieg in Gruppe G in Reichweite. In Skopje wird die Partie nach einem Eigentor von Martin Hinteregger verdient noch ins höchst Positive gedreht. Spielerisch passte es, ein Manko blieb die Chancenauswertung.

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    Die Standardsituation zu Österreichs Siegen gegen Nordmazedonien und Slowenien.

    Teamchef Franco Foda hatte es mit einer Änderung in der Startformation bewenden lassen. Statt Ersatzkapitän David Alaba, der wegen Muskelproblemen im Oberschenkel gar nicht erst mitgeflogen war, ritt der gegen Slowenien eingetauschte Leipziger Stefan Ilsanker von Beginn an, er sollte nach Willen des Coaches als "Stabilisator" im defensiven Mittelfeld wirken, schließlich schwebten Foda diesmal gar drei Spitzen vor. Die spitzeste quasi, Marko Arnautovic, trug von Beginn an die Kapitänsschleife. Martin Hinteregger biss nach seiner Rippenverletzung unterstützt von schmerzstillenden Spritzen die Zähne zusammen. Foda: "Er ist ja ein Kärntner."

    Hinteregger ins falsche Tor

    Goran Pandev, vom FC Genua, 2010 im Gegensatz zum Klubkollegen Arnautovic bei Inter Mailands Marsch zum Titel in der Champions League von Coach José Mourinho mehrmals eingesetzt, führte durchaus hoffnungsfrohe Nordmazedonier aufs Feld. Die Gastgeber, die aus davor drei Spielen vier Punkte geholt hatten, entgingen aber schon nach 37 Sekunden einem Tiefschlag. Arnautovic scheiterte nach Zuspiel von Andreas Ulmer am wachen Goalie Stole Dimitrievski. Zwölf Minuten später ließ Marcel Sabitzer nach Intervention von Ilsanker und Zuspiel von Arnautovic den nächsten Hochkaräter aus – per Edelroller am Tor vorbei.

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    Die österreichische Herren Fußball-Nationalmannschaft schafft am Montagabend ihren zweiten Pflichtsieg in der Qualifikation für die Europameisterschaft. In Skopje triumphiert die Elf von Franko Foda mit 4:1 gegen Nordmazedonien.

    Auf der Gegenseite ging’s bedeutend leichter. Im Bemühen, einen weiten Pass auf Pandev per Kopf auf Heinz Lindner zurückzulegen, düpierte Hinteregger seinen zu weit vor dem Tor stehenden Goalie. Nordmazedonien führte nach knapp 19 Minuten mit 1:0 und blieb voran, weil Dimitrievski, der Schlussmann von Rayo Vallecano, auch Arnautovic‘ zweite Prüfung mit Bravour bestand (23.). Die nach dem Heimsieg über Slowenien verbesserte Nummer 34 der Weltrangliste rannte an. Die Nummer 68 lauerte auf Konter, vergab die Vorentscheidung durch Pandev (31.) und kassierte noch vor der Pause nach einer Kombination von Ex-Salzburgern den Ausgleich. Valentino Lazaro verwertete eine Flanke von Konrad Laimer volley aus kurzer Distanz zu seinem zweiten Treffer für Österreich (39.).

    Abfahrt

    Sabitzer traf noch vor dem Verschnaufen die Stange (44.). Nach Seitenwechsel kam der steirische Hoffenheimer Stefan Posch (22) zu seinem Debüt, weil Aleksandar Dragovic mit Muskelproblemen passen musste. Am Spielmuster änderte das nichts, Goalie Dimitrievski musste gleich einmal bei einem Kopfball von Sabitzer brillieren (51.), ein Ferserl von Lazaro ging vorbei (55.). Zur Erlösung trug Schiedsrichter Alexej Eskow bei. Nach Attacke von Boban Nikolov an Sabitzer gab der Russe Elfmeter, Arnautovic verwertete zu seinem 23. Teamtreffer (62.). Die Nordmazedonier steckten nicht auf, trugen aber zur Entscheidung bei. Arnautovic verwertete ein Zuspiel von Sabitzer zum 3:1 (82.), den Endstand stellte Egzon Bejtulai per Eigentor her. Am 6. September kommt Lettland nach Salzburg. (lü, 10.6.2019)

    EM-Qualifikation, Gruppe G, 4. Runde, Montag

    Nordmazedonien – Österreich 1:4 (1:1)
    Skopje, National Arena Todor Proeski, 10.000 Zuschauer, SR Jeskow (RUS)

    Torfolge:
    1:0 (18.) Hinteregger (Eigentor)
    1:1 (39.) Lazaro
    1:2 (62.) Arnautovic (Elfmeter)
    1:3 (82.) Arnautovic
    1:4 (86.) Bejtulai (Eigentor)

    Nordmazedonien: Dimitrievski – Ristovski, Bejtulai, Velkoski, Alioski – Nikolov (67. Hasani), Bardhi, Ademi, Elmas (56. Ristevski) – Nestorovski (56. Radeski), Pandev

    Österreich: Lindner – Lainer, Dragovic (46. Posch), Hinteregger, Ulmer – Ilsanker – Lazaro, Schlager, Laimer, Sabitzer (93. Schaub) – Arnautovic (89. Burgstaller)

    Gelbe Karten: Elmas, Velkoski, Bejtulai, Bardhi

    Stimmen via ORF:

    Martin Hinteregger (ÖFB-Eigentorschütze zum 1:0): "Das passiert einfach mal. (Das Eigentor, Anm.). Er (Tormann Heinz Lindner) ist nicht dort gestanden, wo ich gedacht habe, dass er steht. Ich habe erst heute Früh entschieden, dass ich spiele. Es ist das letzte Spiel vor dem Urlaub, dann ist Regeneration genug. Man muss sagen, die Mazedonier haben in der ersten Halbzeit sehr gut defensiv gespielt, wir zu zaghaft und langsam. Wir haben dann die Leichtigkeit im Spiel gehabt, ihnen ist ein bisschen die Kraft ausgegangen."

    Valentino Lazaro (ÖFB-Torschütze zum 1:1): "Ich bin froh, dass mein erster wirklicher Torschuss drin war. Das war schon ein bisschen ein Dosenöffner für uns. Es ist wichtig, dass wir vor der Halbzeit noch ein Tor machen. So haben wir es trainiert. Ich darf da nicht zögern, muss gegen die Laufrichtung vom Tormann schießen. Man hat gesehen, es waren sehr, sehr schwere Umstände. Vorne hatten wir heute ein absolutes Chancenplus. Mit den Chancen kannst du fast die Gruppe gewinnen."

    Franco Foda (ÖFB-Teamchef): "Der Sieg war hochverdient, wir haben schon in der ersten Hälfte viele hundertprozentige Chancen vorgefunden. In diesem Jahr haben wir immer wieder Fortschritte gehabt. Auch in allen diesen Spielen davor. Wir haben aber zu wenig aus den Torchancen gemacht so wie heute in der ersten Hälfte. Da müssen wir noch konzentrierter sein. Auch die jüngeren Spieler wie Laimer oder Posch haben ihre Sache sehr gut gemacht. Klar ist, dass der Konkurrenzkampf größer geworden ist."

    Marko Arnautovic (ÖFB-Doppeltorschütze): "Ich war überzeugt von meiner Mannschaft. Am Anfang war es natürlich schwer. Ich habe das in der Pause noch einmal angesprochen: ,Jungs, ich weiß, dass wir gewinnen werden, wenn wir so auftreten wie in der ersten Hälfte. Wir müssen nur noch konzentrierter sein vor dem Tor. Wir werden gewinnen. Hundertprozentig.' Und das haben wir getan."

    Igor Angelovski (Nordmazedonien-Teamchef): "Am Anfang konnten wir noch Paroli bieten, aber dann haben uns die Österreicher einfach überrannt. Nach dem Elfmeter waren wir chancenlos. Gegen Polen haben wir unglücklich verloren (Anm.: 0:1 am Freitag), gegen Österreich war die Niederlage verdient. Österreich ist auf einem Level mit Polen. Für uns ist die Qualifikation nicht vorbei, wir sind nur drei Punkte hinter dem zweiten Platz."

    • Freude. Schlussendlich.
      foto: reuters/teofilovski

      Freude. Schlussendlich.

    • Fodas Team kommt in Fahrt.
      foto: apa/punz

      Fodas Team kommt in Fahrt.

    • Lazaro sorgt für das wichtige 1:1.

      Lazaro sorgt für das wichtige 1:1.

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