Kölner "Tatort" auf Suche nach Polizistenmörder: Top oder Flop?

    Ansichtssache10. Juni 2019, 17:16
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    Ein vermeintlicher Routineeinsatz nimmt für zwei Polizisten einen dramatischen Verlauf

    "Kaputt" heißt der neueste Kölner "Tatort", an den Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär gerufen werden (Montag, 20.15 Uhr, ORF 2, ARD): Eigentlich sollten die Polizisten Melanie Sommer (Anna Brüggemann) und Frank Schneider bei einer lauten Feier in einem Wohnhaus nur für Ruhe sorgen. Doch wenig später wird die junge Kriminalbeamtin verletzt und traumatisiert im Garten des Hauses aufgefunden. Ihr Kollege wurde so brutal zusammengeschlagen, dass für ihn jede Hilfe zu spät kommt. Der Polizistenmord sorgt nicht nur im Präsidium und in der Presse für Aufregung.

    foto: orf/ard/wdr/thomas kost

    "Die Folge hält so lange wie möglich die Schuldfrage offen, legt zu Beginn ein ordentliches Tempo hin, um dem Publikum dann immer wieder Pausen zu gönnen, die es sich auch verdient hat", schreibt Andreas Hagenauer im TV-Tagebuch des STANDARD. "Kaputt" sei ein "Tatort" über "Selbstjustiz, Rache und die Polizei" und verliere "sich nur selten in seinen dramaturgischen Weggabelungen".

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    Der neue "Tatort" aus Köln sei eine "Innenschau der Polizei", resümiert Claudia Tieschky für die "Süddeutsche Zeitung". Die Folge sei "zwar thematisch ambitioniert, aber extrem unmuskulös in der Umsetzung". Das wenig schmeichelhafte Fazit: "routinierte Langeweile, nur zu empfehlen für unerschütterliche Liebhaber von Tatort-Folklore".

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    Der Kölner "Tatort" über den Alltag von Streifenpolizisten stecke "leider voller unglaubwürdiger Dialoge" kritisiert Christian Buß von "Spiegel Online": "Die ganze Zeit faseln die groben chauvinistischen Klötze sensibel von ihren Gefühlen." Dafür gibt es nur zwei von zehn Punkten: "Ein 'Tatort' mit einem brisanten Thema, leider verschenkt."

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    In Köln, "diesem oft behäbigen Schauplatz", sei für die neue Folge allerlei zusammengemischt worden, schreibt Inna Hartwich für die "Neue Zürcher Zeitung": "Rache und Selbstjustiz, Homophobie und Sexismus, Druck von allen Seiten und Kommissare, die so gern so objektiv bleiben wollen". Zum Schluss gebe es den Blick von Max Ballauf: "Leer und angestrengt. Fast so angestrengt wie das Paket an Themen, das diese Folge zusammengeschnürt hat." (red, 10.6.2019)

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