"Beim Fortgehen" in Menschenmenge gerast: Kritik an FPÖ-Posting

    10. Juni 2019, 10:20
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    FP Steiermark attackierte Datenschützer Max Schrems, der fehlende Berichterstattung zu Vorfall in Niklasdorf kritisierte

    Ein 22-Jähriger im steirischen Niklasdorf kündigte alkoholisiert an, dass alle Ausländer sterben müssten, stieg ohne Führerschein in das Auto seiner Freundin und raste auf eine Menschenmenge zu. Wie der ORF am Montag berichtete, konnten die rund 30 Personen, die er versuchte, zu überfahren, früh genug ausweichen und blieben weitgehend unverletzt, gegen den Mann wird nun wegen versuchter schwerer Körperverletzung ermittelt.

    Schrems: Lokalnachricht versus internationale News

    Der Datenschützer Max Schrems verlinkte auf Twitter auf den Bericht von steiermark.orf.at – und kritisierte in dem Zusammenhang, dass ein solcher Vorfall eine Lokalnachricht sei. Würde ein Ausländer dasselbe tun, würde dies zu einer Meldung zu internationalem Terror führen und global berichtet werden, findet er.

    Die FPÖ Steiermark antwortete darauf zynisch: "Lassens doch den Anti-Zuckerberg, den Unterschied zwischen Österreicher, der hier beim Fortgehen eine solche Handlung setzt und zwischen Terrorismus durch Ausländer wird er nie erkennen." [sic!]

    Kritik und Rechtfertigung

    Der Beitrag traf auf zahlreiche Kritik. So stellt ein Nutzer infrage, ob es für die FPÖ Steiermark nicht so schlimm sei, "nach dem Saufen mal kurz in eine Menschenmenge zu fahren". "Der potentielle Koalitionspartner der Türkisen – noch Fragen?", schrieb Grünen-Politiker Werner Kogler.

    Die FPÖ Steiermark verteidigte ihren Beitrag damit, dass es sich um einen Kommentar zu dem "Unverständnis im Ausgangspost über mediale Erregung" handle. Schrems kritisiere das Ausmaß der Berichterstattung. "Dabei ist Unterschied ganz einfach: Verurteilenswertes Hassverbrechen vs. Terror", so das Social-Media-Team. Letzteres würde mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. (red, 10.6.2019)

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