US-Botschaften umgehen Verbot der Regenbogenflagge

    9. Juni 2019, 13:21
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    Auch diplomatische Vertretung in Österreich zeigt Symbol der LGBTQ-Gemeinde. Der Berliner US-Botschafter Grenell geht auch zur Pride-Parade

    Washington/Wien/Berlin – Das US-Außenministerium hat Medienberichten zufolge seinen Auslandsvertretungen verboten, die Regenbogenflagge zum Gay-Pride-Month an den Fahnenstangen der Botschaften zu hissen. Zahlreiche Diplomaten umgehen laut US-Medienberichten vom Wochenende aber das Verbot, indem sie das Symbol der LGBTQ-Gemeinde anderswo auf dem Botschaftsgelände zeigen.

    LGBTQ ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

    Demnach zeigten US-Botschaften beispielsweise in Südkorea, Indien und Österreich im Juni die umstrittene Flagge in verschiedenen Formen. "Das ist ein Aufstand der ersten Kategorie", zitierte die "Washington Post" (Sonntag) einen Diplomaten, der anonym bleiben wollte. Das US-Außenministerium und das Weiße Haus in Washington, der Amtssitz des Präsidenten Donald Trump, wollten sich auf eine Anfrage der Tageszeitung "The Hill" zunächst nicht zu dem Flaggenverbot äußern.

    Kein Verbot unter Obama

    Unter Trumps Vorgänger Barack Obama sei das Hissen der Regenbogenflagge im Juni grundsätzlich erlaubt gewesen, berichtete der Sender NBC. In diesem Jahr seien die Diplomaten vom Außenministerium informiert worden, dass die Nutzung des Fahnenmastes eine besondere Genehmigung brauche. Bisher sei aber keine Anfrage genehmigt worden.

    Das Verbot gilt auch für Berlin, wo die USA mit Richard Grenell einen Botschafter haben, der offen homosexuell ist und sich für die Entkriminalisierung der Homosexualität weltweit einsetzt. Grenell hatte am Freitag NBC gesagt, er vertraue auf Trumps Unterstützung. Schließlich habe der Präsident auf Twitter die Kampagne beworben. Dies mache ihn "noch stolzer, erneut in der Berliner Pride-Parade zu marschieren, ein großes Banner an der Botschaft aufzuhängen (...), zahlreiche Veranstaltungen an der Botschaft und der Residenz zu organisieren und die Regenbogenflagge zu hissen", sagte Grenell. (APA/dpa, 9.6.2019)

    • Am Wisconsin State Capitol in Madison wurde die Regenbogenflagge auch gehisst.
      foto: ap / john hart

      Am Wisconsin State Capitol in Madison wurde die Regenbogenflagge auch gehisst.

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